Althusmann in Hildesheim: Drittklassige Wahlkampfrhetorik

Ich habe mir gestern einen Wahlkampfauftritt von Bernd Althusmann angesehen. Kennen Sie nicht? Das ist der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Niedersachsen am 15. Oktober, also in rund zweieinhalb Wochen. 

Althusmann sprach in der Halle 39 in Hildesheim. Die Veranstaltung wurde im Netz übertragen. Sogar Angela Merkel war dort und nahm sich Zeit, den CDU-Kandidaten zu unterstützen.

Etwa ab Minute 35 der Übertragung kam Althusmann auf das Thema Wölfe zu sprechen. Wenn es Nutztiere oder vielleicht sogar Menschen gefährde, werde das Raubtier zuerst ins Jagdrecht übernommen und zweitens abgeschossen, sagte er.

Da ich hier keinen Wirtschafts-, Kultur-, oder Sozial- „monitor“, sondern einen „Wolfsmonitor“ betreibe und insofern den (angekündigten) Umgang mit dem Rückkehrer Wolf als Maßstab meiner Bewertungen auf dieser Webseite anlege, komme ich nach der Veranstaltung in Hildesheim zu einem wenig überraschenden Ergebnis.

Die einen wollen seit Sonntag „Frau Merkel jagen“ (hier (*1), die anderen im Zweifel den Wolf. Ich kann mit solcherlei Wahlkampf-, bzw. Wahlsiegerrhetorik wenig anfangen, im Gegenteil. Ich finde beides ebenso überflüssig wie (mindestens) drittklassig.

Als politisches „Angebot“ ist das zu oberflächlich und damit zu wenig. Da haben andere ihre Nase vergleichsweise weit vorn.

(Hintergrund: Große Beutegreifer benötigen einen anderen, einen professionelleren Umgang als beispielsweise Fuchs oder Hase. Das liegt nicht nur auf der Hand, sondern wird jedem sehr schnell klar, der sich nicht nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt. Fachleute bestreiten überdies, dass es Sinn ergibt, Wölfe ins Jagdrecht zu übernehmen. Weitere Hintergrundinformationen zu diesem Thema findet man z.B. bei der „Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW)“, hier ein Link (*2)


Quellen:

(*1) Spiegel Online am 24.9.2017: „Wir werden Frau Merkel jagen“

(*2) GzSdW, Broschüren/ Download

Beide Quellen abgerufen am 27.9.2017

 

 

 

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