CDU beim Thema Wolf: Hier hü, dort hott…

Nicht ohne „Seitenhieb“ auf die Wolfschützer, aber mit vereinten Kräften versuchten Vertreter des Deutschen Jagdverbandes und des Deutschen Bauernverbandes nun auf einer Veranstaltung in Berlin Gründe zu präsentieren, warum ihrer Ansicht nach die Wölfe in Deutschland mit Hilfe des Jagdrechts reguliert werden sollten.

Dass die Tagung „Kulturlandschaft und Wolf – Koexistenz braucht Bestandsregulierung“ ausgerechnet am „Welttierschutztag“ (4.10.) stattfand, fanden verständlicherweise nicht alle Tier- und Artenschützer im Netz lustig.

Genauso wenig wie die Tatsache, dass der Generalsekretär des Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, sich entweder schlecht vorbereitet zeigte, oder es schlichtweg mit „eigenen Wahrheiten“ versuchte, als er seine Meinung gegenüber dem Deutschlandfunk vertrat und sagte, es gebe beim Wolf… „einen äußerst günstigen Erhaltungszustand und ein Populationswachstum von jährlich 60 Prozent.“ (*1)

Im Netz empfand man das als Affront.

Dennoch scheint die nach außen oft geschlossen wirkende Front der Wolfsbedenkenträger zunehmend zu bröckeln.

In Niedersachsen nämlich sprach sich zeitgleich zur oben genannten Veranstaltung Jägerschafts-Vize-Präsident Ernst-Dieter-Meinecke auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Anglerverband gegen die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht aus (*2).

In Nordrhein-Westfalen schloss außerdem ausgerechnet die christdemokratische „Naturschutzministerin“ Christina Schulze-Föcking (CDU) die Aufnahme des Beutegreifers ins Jagdrecht mit den Worten aus, „die Landesregierung beabsichtigt nicht, den Wolf in das Landesjagdrecht aufzunehmen“. (*3)

Die Worte der Ministerin veranlassten den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (GRÜNE) umgehend dazu, Schulze-Föcking einen Erfahrungsaustausch zum Thema Wolfsmanagement anzubieten: „Wir sehen mit Interesse, dass die Einschätzungen und Maßnahmen unserer Nachbarn vollauf mit dem Niedersächsischen Wolfsmanagement übereinstimmen“, sagte er. (*4)

Anders als die CDU in Nordrhein-Westfalen will die CDU in Niedersachsen – obwohl kaum sachliche Argumente dafür sprechen – bei einem Wahlsieg den Wolf offensichtlich aus politischen Kalkül ins Jagdrecht aufnehmen. Im Regierungsprogramm heißt es dazu:

„Wir werden nach Erreichung der artenschutzrechtlichen Voraussetzungen den Wolf zwecks Regulierung der Population und zur Eingrenzung von Nutztierschäden in das Jagdrecht aufnehmen.“

Hier hü, dort hott, Einigkeit und Geschlossenheit sehen anders aus!


Quellen (alle abgerufen am 5.10.):

(*1) deutschlandfunk.de am 4.10.2017: „Von einer naiven Wolfsromantik verabschieden“, hier der Link!

(*2) pressreader.com am 5.10.2017: „Jäger wollen jederzeit jagen“, hier der Link!

(*3) RPOnline am 2.10.2017: „Ministerin gibt Wölfe nicht zum Abschuss frei“, hier der Link!

(*4) bundesumweltportal.de am 5.10.2017: „Wenzel: NRW bestätigt Wolfsmanagement in Niedersachsen“, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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