Entlaufene Wölfe: „Montagslage“

Das ganze Wochenende über hielten die sechs entlaufenden Wölfe die Region um den Großen Falkenstein (Nationalpark Bayerischer Wald) in Atem. Nachdem einer der am Freitag aufgrund eines offenen Tors (der Grund dafür ist nach wie vor ungeklärt) ausgebüxten Wölfe noch am selben Tag von einer Waldbahn überfahren und ein zweiter Wolf dann am Sonntagmorgen erschossen wurde (nachdem er sich zwei Spaziergängern knurrend genähert hatte), erklärte der Leiter der Nationalparkverwaltung, Franz Leibl, warum man grundsätzlich kein Risiko eingehen werde:

Gehegewölfe seien in ihrem Verhalten nicht mit wilden freilebenden Wölfen zu vergleichen, sie zeigten gegenüber Menschen wenig Scheu und ein anderes Verhalten. Leibl bezeichnete die Wölfe als „Zeitbomben“.

Obwohl man dennoch auch weiterhin mit Kastenfallen und Narkosegewehren versuche, der Wölfe habhaft zu werden, werde nötigenfalls von der seit Sonntag vorliegenden Ausnahmegenehmigung der Regierung von Niederbayern Gebrauch gemacht, die Tiere zu schießen. Das bleibe jedoch das letzte Mittel.

Von zweien der noch vier lebenden Wölfe glaubt man, den ungefähren Aufenthaltsort zu kennen, ein Tier sei nach Tschechien ausgewichen, vom vierten Tier fehle jede Spur, so der Sachstand am gestrigen Abend.

Heiße Diskussionen finden unterdessen im Netz statt. Viele Facebook-User bitten, man möge unbedingt die Versuche mit den „Betäubungsgewehren“ fortsetzen.

Es wurde andererseits aber auch daran erinnert, dass 1977 ein siebenjähriger Junge bei Delmenhorst von einem Pyrenäenwolf getötet wurde, der bei einem Transport zu einem Tierpark in Osterholz-Scharmbeck ausbüxte.

Außerdem erinnerten sich einige daran, dass bereits im April 2002 drei einjährige Wölfe aus dem Nationalpark-Freigehege beim niederbayerischen Neuschönau ausgebrochen waren. Damals wurden zwei Wölfe nach aufwendigen aber gescheiterten Fangversuchen erschossen, ein Wolf konnte eingefangen werden.

Einzelne Stimmen echauffierten sich außerdem darüber, dass Wölfe in Gehegen gehalten werden. Jan T. beispielweise, kommentierte den Vorfall auf Facebook folgendermaßen (gekürzt):

… „Hier werden Zoos betrieben, um Touristen anzulocken, und Tiere kalt getötet, die – wenngleich unfreiwillig – ein wenig von der Freiheit und Natur schnuppern, die ihnen der „Nationalpark“ per Auftrag grundsätzlich geben sollte.“

Günter K. merkte ferner an (ebenfalls Facebook):

„Die „Tierfreilasser“, die das Gehegetor öffneten sind die, denen diese Wölfe nun wohl den Abschluss zu verdanken haben! Ein Betäubungsgewehr trifft nur auf ca. 30 m „sicher“ und auf die Entfernung ist im Freien schwer an die Tiere heran zu kommen. An Menschen durch Fütterung gewöhnte Wölfe stellen leider, im Gegensatz zu freien Wölfen, eine mögliche Gefahr für Menschen da.“

Fortsetzung folgt…


Quellen: BR24 und Facebook, abgerufen jeweils am 8.10.2017

 

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