„Eigennützige Politik auf Kosten des Wolfes“

Zum jüngsten Wolfsforum der CDU-Fraktion in Thüringen mit dem Titel „Der Wolf in Thüringen – lügt Rotkäppchen?“, das sogar Wolfsmonitor aufgrund einiger absurden Teilnehmeraussagen wie ein „Tollhaus“ vorkam (hier!), meldete sich nun auch der Naturschutzbund des Landes zu Wort.

Aus dessen Sicht hätten sich damit sowohl die Landes-CDU als auch der Landesjagdverband beim Thema Artenschutz „disqualifiziert“. Die Meldung im Wortlaut:


„Beim Forum der CDU-Fraktion zum Thema „Der Wolf in Thüringen – lügt Rotkäppchen?“ stellen sich die CDU und der Thüringer Landesjagdverband gegen konstruktive Lösungen im Herden- und Artenschutz, äußert sich heute der NABU Thüringen in Jena.

„Auf Kosten des Wolfes wird hier eigennützige Politik betrieben. Anstatt konstruktive Lösungsvorschläge anzubieten oder Fragen zu diskutieren, wie man zum Beispiel den Schutz von Herdentieren in der Zukunft gewährleisten kann, wurde „Naturschutz mit der Waffe“ propagiert“, sagt Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

„Wir brauchen die extensive und naturnahe Beweidung. Schäfer leisten mit ihren Weidetieren einen wichtigen Beitrag für den nachhaltigen Natur- und Artenschutz in unserer Landschaft, dies muss aber im Einklang mit den Artenschutzzielen stehen.“

Die sogenannte Schutzjagd für Wölfe einzuführen, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen oder – wie der Präsident des Thüringer Landesjagdverbandes, Steffen Liebig – fordert, sogar den einzigen Wolf in Thüringen abzuschießen, sind keine geeigneten Maßnahmen für ein qualifiziertes Wolfsmanagement.

Der NABU Thüringen fordert von der CDU und dem Landesjagdverband endlich klare Angebote und ein Bekenntnis für das Zusammenleben von Mensch, Weidetierhaltung und streng geschützten Arten wie dem Wolf.

Immer wieder werden Wölfe und Luchse in Deutschland illegal getötet, ob mit Fallen oder der Jagdwaffe. „Der Wolf gehört ebenso wenig ins Jagdgesetz wie Fischotter, Wildkatze oder Mäusebussard. Das Naturschutzgesetz regelt für alle geschützten Arten ob, wann und wie Konfliktarten entnommen werden sollten. Das ist Wildtiermanagement und nicht Jagd und dazu beizutragen sind Jäger genauso eingeladen wie Wildbiologen und Naturschützer“, so Jessat.“

Quelle: NABU Thüringen, Meldungen vom 18.10.2017, abgerufen am 22.10.2017, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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