Neues Wolfsbuch: Andreas Beerlages „Wolfsfährten“

Einen Mangel an Neuerscheinungen über die wölfischen Rückkehrer kann man zurzeit im Buchhandel nicht gerade ausmachen. Andreas Beerlage aus Hamburg, freier Journalist mit Schwerpunktthemen aus Natur und Wissenschaft, hat den zuletzt erschienenen Exemplaren nun noch ein weiteres Buch mit dem Titel „Wolfsfährten“ hinzugefügt. Mehr als 15 Jahre folgte Beerlage den zurückgekehrten Beutegreifern in Deutschland. Am Ende, so gesteht er, ist dabei der Zauber, der die Wölfe umgibt, für ihn schlichtweg verflogen.

Ich selbst mache es dieses Mal kurz mit meiner Beurteilung: Das Buch ist informativ, aktuell und lesenswert, auch wenn ich in so manchem Kapitel die zwingende finale Recherche, das entscheidende klärende Fachgespräch, die erwünschte gegensätzliche Perspektive und damit auch den vielleicht treffenden Hinweis eines Involvierten mit gegensätzlichen Ansichten vermisse.

Was ich damit meine?

Der Autor versucht beispielsweise im zweiten Kapitel dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, warum gerade Jungwölfe aus dem Wurfjahrgang 2014 des Munsteraner Rudels (darunter „Kurti“ und „Kurt“) vergleichsweise „extrovertiert“ waren.

Über die einschlägigen Fotos, die angeblich (so Medienmeldungen) Förster, Feuerwehrleute und Soldaten gemeinsam mit den Jungwölfen zeigen und den Beweis darstellen, dass die juvenilen Wölfe schon früh und regelmäßig Menschenkontakt hatten (und dabei habituiert wurden), berichtet Beerlage jedoch leider nicht.

Seine Story hätte in diesem Kapitel mit den zusätzlichen Informationen unter Umständen eine gänzlich andere Richtung nehmen können.

Trotz weiterer kleiner inhaltlichen Schwächen (Jagd; Günstiger Erhaltungszustand) kommt der Autor in der Summe dennoch zu vielen, wie ich finde, richtigen Schlussfolgerungen, zum Beispiel, dass für das Wolfsmanagement „gut ausgebildete Artenschützer mit Waffe“, ähnlich den französischen „Louvetiers“ ein Lösungsbaustein sein könnten (vergleichbar den von Wolfsmonitor vorgeschlagenen „Wolfscouts“).

Oder auch, dass es verlässliche und gut funktionierende Handlungskaskaden für den seltenen Fall geben muss, dass tatsächlich mal ein Problemwolf auftaucht (allein schon für die nachhaltige Akzeptanz der Beutegreifer in der Bevölkerung).

Beerlage Schreibstil ist durchgängig persönlich gefärbt und er erlaubt sich stets sein eigenens Urteil, was mir sehr gut gefällt, wobei selbstverständlich nicht jeder der beschriebenen Protagonisten ebenso gut dabei wegkommt.

Fazit: Für Menschen, die sich über das aktuelle Wolfsgeschehen und die Vorgeschichten informieren, bzw. mit den (auch historischen) Details tiefergehender befassen möchten, dürfte das Buch ein echter Gewinn sein.

Viele Wolfsfreunde werden es sowieso erwerben und auch so mancher Wolfsgegner mag sich bei der Lektüre an der einen oder anderen Stelle in seinen Ansichten bestätigt sehen.

P.S. Danke, Andreas Beerlage, dass Wolfsmonitor bei den Literaturhinweisen genannt wird (… „stets aktuell, gerne streitbar“)!

Weitere Informationen zum Buch erhalten Sie, liebe Leserinnen und Leser, durch einem „Klick“ auf das nachfolgende Buchcover:

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