„Frau Jung und das Herdenschutz-Seminar“

Bereits in der Vergangenheit übersendeten uns viele Wolfsmonitor- Leser/-innen ihre Anmerkungen, Kommentare und Statements zu unseren Beiträgen. Grund genug, über eine neue Rubrik auf dieser Webseite nachzudenken, um einige davon zu veröffentlichen.

Folgender Leserbrief von Ortrun Humpert (www.schaeferei-humpert.de) bezieht sich auf den am 23.11.2017 auf Wolfsmonitor veröffentlichten Artikel: „Herdenschutz-Seminar abgesagt – wegen zu geringen Interesses“ (hier der Link!)


„…was ich im Kontext um die sich beschwerende Dame lese, konterkariert die noch vor einigen Tagen auch von ihr auf Facebook unterstützte Idee von weniger Klischee, anständigem, möglichst vorwurfsfreien Umgang vor allem in Bereichen, wovon man klar ersichtlich wenig Kenntnisse besitzt.

Absolute Herdenschutzverweigerer, die Abschuss aller Wölfe fordern, sind für eine fruchtbare Diskussion genauso entbehrlich wie Blindlings-Wolfsfreunde. Beiden Gruppen fehlt die Bereitschaft, sich über das jeweils andere zu informieren. Oft wohl auch die wirkliche Beziehung zu ihrem „Thema“, denn Leben lässt sich nur im Zusammenhang betrachten; Tunnelblick hilft da nichts.

Während sich beide Seiten schwarz- weiß bekriegen, versuchen konstruktive Kräfte, dort zu arbeiten, wo Leben sich abspielt: schwarz- weiß gestreift, kariert oder grau.

Diese Sorte Nutztierhalter und andere Naturschutzfreunde veranstalten und besuchen schon seit langem gute Informationstage. Fahren zu wirtschaftenden Betrieben im Kammerabschnitt, in denen Schutz funktioniert (oder auch nicht, weil Wolf sich nicht benimmt, wie er sollte). Vergleichen Zäune und andere Systeme, ohne dass daraus eine Werbeveranstaltung wird. Diskutieren, um von der jeweiligen Gesamtsituation zu erfahren.

Angebote der Kammern sind oftmals zeitlich von wirklich wirtschaften Betrieben nicht nutzbar – sehr teuer und häufig unergiebig. Viele Referenten (nicht nur dort) wiederholen nur längst Bekanntes. Von Praxiserfahrung ist da oft nichts zu spüren.

Hinzu kommt, dass jedes Bundesland eine andere Vorstellung von Grundschutz hat und sich das auch ständig ändert. Dass manche Wölfe vorgeschriebene Schutzmaßnahmen überwinden und so Akzeptanz der anderen Wölfe gefährden und Herdenschutz unmöglich machen, passt in diesen Kontext nicht hinein- müsste aber genauso gesehen werden wie dass man Tiere teilweise auch zum Schlachten produzieren und sie dennoch verantwortlich und liebevoll behandeln kann.

Ich bin diese „beidseitige Einseitigkeit“ so leid- intelligent und konstruktiv geht anders.

Aber offenbar sind in der Fläche einfach zu viele, deren Ego es ungeheuer hilft, im passenden Forum etwas gesagt zu haben. Muss ja nichts mit der vielschichtigen Realität zu tun haben, mit Sachkunde oder wenigstens Achtung.“

Ortrun Humpert

(Hier geht es zur Antwort von Bettina Jung!)


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