Stefan Gofferje: Finnische Wolfsjagd kommt vor den EU-Gerichtshof

Im Rahmen des Verfahrens über eine Beschwerde des Naturschutzbundes Tapiola Nordsavo-Kainuu hat der Finnische Oberste Verwaltungsgerichtshof per Entscheidung 6177, Az. 743/1/16 und 744/1/16 vom 28.11.2017 dem EU Gerichtshof einen Fragenkatalog zur Vereinbarkeit der Finnischen Wolfjagd „zur Bestandspflege“ mit der Habitatdirektive vorgelegt.


Bis zur Entscheidung des EUGH ist das Verfahren in Finnland ausgesetzt. Sari Kantinkoski vom Naturschutzbund Tapiola kommentiert: ”Wir sind sind sehr erfreut über die Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichtes die Angelegenheit dem EU Gerichtshof vorzulegen.

Logo des finnischen Naturschutzvereins „Tapiola“

Auch die Anfrage selber entspricht unseren Vorstellungen. Nun werden wir eine korrekte juristische Auslegung der Habitatdirektive und eine bindende Entscheidung des EU Gerichtshofes erhalten und wir hoffen natürlich, dass der EUGH entsprechend seiner bisherigen Linie eine starke Position zum Schutz der bedrohten Art vertreten wird. Im Moment bleibt ersteinmal nur zu warten.”

Angesichts der in Deutschland von Jägerseite kürzlich aufgekommenen Forderungen, in Deutschland nach Finnischem (und Schwedischem) Vorbild Wölfe zu bejagen, dürfte die Entscheidung des EUGH auch für Deutschland von großem Interesse sein.


Über den Autor:

Der Deutsche Dokumentar- und Naturfilmer Stefan Gofferje beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Wölfen und hat über 50 Nahbegegnungen mit den Tieren hinter sich – den allergrößten Teil davon in freier Natur. Er lebt seit über 10 Jahren in Finnland und ist dort neben seiner Tätigkeit als freier Journalist und Kameramann, Chefredakteur des Wolfsmagazins Susilauma. Seine Dokumentarfilme Tyttö ja Sudet (”Das Mädchen und die Wölfe”, 2014) und Tyttö ja Sudet 2  (2015) sind erfolgreich in Finnischen Kinos gezeigt worden und haben ein kontroverses aber überwiegend positives Echo in der Presse gefunden.

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