Herdenschutz durch Wolfsabschüsse?

Was zahlreiche Wildtierbiologen und Wolfsforscher bereits seit langem vermuten, weist nunmehr eine amerikanische Studie mit Daten aus 25 Forschungsjahren nach: Der Abschuss einzelner Wölfe führt zu deutlich erhöhten Nutztierrissen.


Das beschreibt ein Artikel der Autorin Cornelia Dick-Pfaff auf der Webseite „Wissenschaft aktuell“, der im Ergebnis zeigt, dass – wenn auch nur ein einziger Wolf getötet wird – im Folgejahr bis zu sechs Prozent mehr Nutztierrisse zu verzeichnen sind. Erst, wenn mindestens 25% des Wolfsbestandes getötet würden – was zumindest auf lange Sicht wenig praktikabel sei – stelle sich letztlich ein positiver Effekt für die Nutztiere ein.

Mögliche Gründe dafür: Durch den Abschuss eines Wolfes aus einem hochrangigen Wolfspaar wird das funktionierende Sozialgefüge zerstört. In der Folge kommt es zu unkontrollierten Verpaarungen und entsprechend mehr Nachwuchs.

Außerdem bestätigt die Studie, dass Wölfe grundsätzlich nur eine geringe Bedrohung für Nutztiere darstellen. Sie seien für lediglich 0,1 bis 0,6 Prozent der Todesfälle unter Nutztieren verantwortlich.

Hintergrund:


Zuletzt drängten insbesondere der Deutsche Jagdverband (DJV) und einige assoziierten Mitglieder des Deutschen Bauernverbandes (DBV) darauf, den Schutzstatus der Wölfe in Deutschland zu lockern. Naturschutzverbände wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der World Wide Fund for Nature (WWF) sehen jedoch keine Notwendigkeit dazu.


(Quellen: Wissenschaft aktuell, www.wissenschaft-aktuell.de, Artikel „ Wölfe töten rächt sich“ von Cornelia Dick-Pfaff, hier der Link! ; „Effekts of wolf mortality on livestock depredations“, Robert B. Wielgus, Kaylie A. Peebles, hier der Link! )

 

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