Goldenstedter Wölfin besendern, nicht abschießen

Wie die „MK – kreiszeitung.de“ meldet, haben sich heute rund 50 Demonstranten, darunter auch FDP- und CDU-Politiker vor dem niedersächsischen Landtag zu einer kleinen Demonstration getroffen, um nach zahlreichen Nutztierrissen den Abschuss einer Wölfin in Goldenstedt (Landkreis Vechta) zu verlangen. Darüber hinaus wurde gefordert, der Wolf gehöre ins Jagdrecht! (*1)

Kommentar


„Wir kommen an die Grenzen des zumutbaren“, wird CDU-Politiker Ernst-Ingolf Angermann zitiert. Dem ist zuzustimmen, aber nicht in seinem Sinne. Denn die CDU- und FDP-Landespolitiker sollten es besser wissen. Bei allem Verständnis für die Nutztierhalter sei ein Abschuss des Wolfs derzeit Rechtsbruch, wird dann auch Umweltminister Stefan Wenzel zitiert. So ist es. Deshalb will er die Wölfin nun besendern und bei Bedarf vergrämen lassen. Das entspricht den vereinbarten Vorschlägen und Managementplänen der meisten Bundesländer und auch den Regelungen in Niedersachsen.

Damit bleibt festzustellen, dass einige Politiker scheinbar wider besseren Wissens nachhaltig versuchen, Stimmenfang auf dem Rücken eines Beutegreifers zu betreiben, anstatt sich ernsthaft mit den Möglichkeiten legaler Wolfsmanagementoptionen auseinanderzusetzen. Wolfsabschüsse sind rechtssicher nur dann erlaubt, wenn vorher alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Das ist geltendes EU-Recht. Und bekannt. Die Spielräume der Landespolitiker sind deshalb begrenzt. Das wissen diese, möchten aber scheinbar ihre angestammten Wähler nicht verstimmen. Richtigerweise stellt dann Minister Wenzel in seiner Rede zur Aktuellen Stunde heute fest: „Nach derzeitigem Stand ist ihre Forderung der Aufruf zum Rechtsbruch.“ (*2)


Deshalb kommen wir an die Grenzen des zumutbaren!


Übrigens: Wenn es wahr sein sollte, was in den sozialen Medien gemutmaßt wird, hat es im Vorfeld einen breiten Aufruf zur heutigen Demonstration gegeben. Warum waren dann nur rund 50 Demonstranten, inklusive Politiker und Presse, heute mit dabei? Diese Frage dürften sich einige Anwesende sicherlich stellen….


Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


Quellen:

(*1) MK – kreiszeitung.de: „Grenze des Zumutbaren erreicht“: FDP und CDU fordern Wolf-Abschuss, abgerufen am 11.11.2015 um 14:30 Uhr, hier der Link!

(*2) Niedersächsiches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Rede von Umweltminister Stefan Wenzel zur Aktuellen Stunde „Was muss noch passieren? Wann handelt die Landesregierung beim Goldenstedter Wolf“; Antrag der CDU-Fraktion, abgerufen am 11.11.2015 14.30 Uhr, hier der Link!

 

 

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