Christoph Stubbe: Lebensräume von Wölfen in Russland

…“Nach BOLOGOV (1984) hängt die Größe des Lebensraumes von der Größe der Familien ab. Bei einer Dichte von 5 – 25 Stück/1000 km² hat jede Familie einen Lebensraum von 150 – 350 km² und grenzt an 4 – 6 Territorien benachbarter Familien. Die Territoriumsgrenzen einer Familie verlaufen häufig an Seenufern, Flüssen, Sümpfen und Wegen. Sie werden genau eingehalten.


In fünf Jahren der Beobachtung änderten sich die Grenzen nicht. Im Zentrum befinden sich die Räume der Wurfhöhle und der Spielplätze der Welpen. Die Größe dieses Aufzuchtgebietes beträgt ca. 4 – 5 km². Mit den sechs Wochen alten Welpen wechselt die Wölfin zum ersten Mal die Wurfhöhle. Im Abstand von 3 bis 60 Tagen ändert sie dann immer wieder den Aufenthaltsort in Entfernungen zwischen 100 m und 8 km, durchschnittlich in einer solchen von 1 bis 3 km. Sechs bis zehn verschiedene Aufenthaltsorte hat die Wölfin mit dem Geheck. Die Größe dieses Raums lag bei vier Familien unter 20 km². In diesem Gebiet lebten sie dann sechs Monate. Wenn die Welpen mit auf Jagd gehen, erweitert sich der Lebensraum.“…


(Zitiert aus: Prof. Dr. Christoph Stubbe – Sandkrug: „Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme“, Beiträge zur Jagd- und Wildtierforschung. Bd. 33 (2008) S. 325-364, Seite 352. Die im Zitat zugrunde liegende Quelle ist: Bologov, V. (1984): Kontrolle über die Wolfsanzahl. – Ochota (2): 4 – 5.)

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