Das Management „auffälliger Wölfe“ – ein Beispiel!

Wie geht man professionell mit sogenannten „verhaltensauffälligen Wölfen“ um? Ein Ablaufplan aus dem Yellowstone National-Park, den ich einmal frei übersetzt habe (*1), soll eine beispielhafte Antwort auf diese Frage bieten:


Das Management habituierter Wölfe im Yellowstone National Park, nach D.W. Smith, YNP 2003
Das Management habituierter Wölfe im Yellowstone National Park, nach D.W. Smith, YNP 2003

Bereits häufiger wurde auf Wolfsmonitor darauf aufmerksam gemacht, dass in der von Fachleuten häufig zitierten NINA-Studie (*2) für die Wolfsgebiete ein Reaktions- und Notfallplan für habituierte Wölfe vorgeschlagen wird.


Das skizzierte Beispiel aus Wyoming, das bereits im Jahr 2003 von Douglas W. Smith, dem „Projektleiter Wolf“ des Yellowstone National-Parks, und einigen Mitstreitern entwickelt wurde, ist ein brauchbarer Beleg dafür, dass derartige Ablaufpläne nicht unnötig komplex und unverständlich sein müssen.

Im Rahmen einer einzigen Skizze unterstützt allein dieser Plan drei von vier Forderungen der NINA-Studie, die da lauten:

  1. Freilebende Wölfe wild halten (nicht an Menschen gewöhnen)
  2. Die Tollwut unter Kontrolle haben
  3. Ausreichend wildlebende Beutetiere durch das Wildmanagement verfügbar halten, um den Wolfsdruck auf Nutztiere zu vermindern
  4. Einen Reaktions- und Notfallplan für habituierte Wölfe erstellen.

Es ist anzuraten, derartige Pläne – vielleicht ergänzt um einige Herdenschutzaspekte –  für jede deutsche Wolfsregion anzufertigen und in die Wolfsmanagementpläne einzuarbeiten – selbstverständlich angepasst an das jeweilige lokale Umfeld und mit einer entsprechenden Aufgabenverteilung versehen.


Herzlichst
Ihr
Jürgen Vogler


Quellen:

(*1) „Management of habituated wolves in Yellowstone National Park“, Douglas W. Smith u.a., 12. September 2003, hier der Link!

(*2) siehe auch folgenden Link!

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