WWF und Pro Natura kritisieren neues Wolfskonzept in der Schweiz

In der Schweiz wurden kürzlich die „Konzepte Wolf und Luchs Schweiz“ aufgrund der im Juli 2015 geänderten Regelungen in der eidgenössischen Jagdverordnung angepasst. Ziel beider Konzepte ist die Festlegung der Rahmenbedingungen für den Umgang mit den wachsenden Beständen an großen Beutegreifern in der Schweiz.

Die Änderungen, die am 19. Januar 2016 vom Bundesamt für Umwelt „BAFU“ in Kraft gesetzt wurden, sollen vornehmlich dazu dienen, den Wildtierschutz und die berechtigten Anliegen der Bevölkerung zu berücksichtigen sowie einige Rechtsbegrifflichkeiten zu konkretisieren. Eingriffe in die Bestände sollen demnach nur erfolgen, wenn andere Schutzmaßnahmen ausgeschöpft sind. Für das „Konzept Wolf Schweiz“ wurde dafür eigens ein Stufenschema erstellt, nach dem „unauffälliges“ bis „problematisches Wolfsverhalten“ anhand eines farbigen Eskalationsmodells eingeschätzt werden kann.

Die Naturschutzorganisationen WWF und Pro Natura sind jedoch mit dem überarbeiteten Wolfskonzept nicht einverstanden, weil es die „problemorientierte Grundhaltung“ des BAFU verdeutliche. Die festgeschriebene Einschätzung des Wolfsverhaltens lege einen übertriebenen Schwerpunkt auf die Gefährlichkeit und die möglichen Schäden, die von Wölfen ausgehen können und diene somit letztlich dazu, Wolfsabschüsse zu rechtfertigen, so die Verbände.

Noch im Dezember hatte das BAFU den Anträgen der Kantone St. Gallen und Graubünden zum Abschuss von zwei Jungwölfen des Calanda-Rudels zugestimmt. Neben diesem Wolfsrudel gibt es noch ein zweites Rudel im Tessin.


Quellen:

1. BAFU, www.bafu.admin.ch: „Konzept Wolf Schweiz“, abgerufen am 22.01.2016, hier der Link!

2. Tagblatt, www.tagblatt.ch, Artikel “ Kritik an „Alarmstufen“ für Wölfe, abgerufen am 22.01.2016, hier der Link!

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