Zum Tode von Wolf „Kurti“:

War es wirklich der „Weisheit letzter Schluss?“ Man wollte es nach weiteren „Nahbegegnungen“ am Wochenende im Ministerium scheinbar nicht weiter verantworten, dass sich ein junger Wolf immer mal wieder Menschen oder deren Hunde annähert.

 

Der mit einem Peilsender versehene Jungwolf aus dem Munsteraner Rudel mit der wissenschaftlichen Bezeichnung „MT6“, von Wolfsfreunden liebevoll „Kurti“ genannt, ist deshalb nun tot. „Letal entnommen“, wie es in einer Pressemitteilung vom niedersächsischen Umweltministerium am Donnerstagmorgen schlicht und emotionslos heißt.

Am letzten Wochenende gab es demnach gleich mehrere Nahbegegnungen des Wolfes mit Menschen. Bei einem Familienspaziergang in Groß Hehlen bei Celle wurde dabei sogar ein angeleinter Hund von dem Wolf verletzt.

Dem spärlichen Informationsfluss aus dem Ministerium zufolge, müssen die Vorfälle – über insgesamt 3 derartige Nahbegegnungen am Wochenende wird in den Medien spekuliert – so bedenklich gewesen sein, dass man sich dort zum schnellen Handeln veranlasst sah.

Betonte Umweltminister Wenzel nach den gescheiterten Vergrämungsversuchen des Schweden Jens Karlsson vor wenigen Wochen noch, er würde im Zweifel den Experten ein weiteres Mal beauftragen, so war davon zuletzt nichts mehr zu vernehmen.

Wie gesagt, die Informationsversorgung seitens des Ministeriums war in den letzten Tagen inhaltlich eher spärlich.

„Es gab die Übereinstimmung mit allen Fachleuten, dass eine Entnahme des Tieres erfolgen muss“, gab Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz am Dienstag in Hannover bekannt. Welche Fachleute, ließ sie dabei offen.

Am Mittwoch dann stimmen NABU und WWF in eigenen Presseinformationen einer „Entnahme“ Kurtis zu. Nicht jedoch, ohne darauf aufmerksam zu machen, dass dies als Ausnahme und Einzelfallentscheidung zu werten sei (NABU) und dass künftig ein besseres und effizienteres Management und ein verstärktes Monitoring seitens der Behörden erwartet werde (WWF).

Aus Entsetzen über die Entscheidung des Ministeriums ist bei vielen Wolfsfreunden nun Trauer geworden.

Trauer um einen Wolf, den man zu kennen glaubte, an dessen Verhalten viele Wolfsfreunde nichts Außergewöhnliches feststellen mochten. Verglichen mit Wölfen aus anderen Teilen Europas und Amerikas.

„Die Sicherheit der Menschen steht immer an erster Stelle“, betonte das Umweltministerium regelmäßig und auch zuletzt stets.

Diese Sicherheit – so scheint es – sahen die Verantwortlichen nach den neuesten Vorfällen wohl nicht mehr gewährleistet.

Deshalb ist „Kurti“ nun tot.

Minister Wenzel wird sich viele Fragen gefallen lassen müssen!

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler

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