Umfrage: Deutsche sehen chemische Bekämpfung von Schädlingen kritisch

Seit 2009 führt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit regelmäßig Befragungen in der Bevölkerung zum Naturbewusstsein durch.

Besonders interessant sind diese Studien deshalb, weil sie die Befragten in den Kontext ihrer jeweiligen „Lebenswelten“ stellt, sprich sogenannten Milieus zuordnet. Dazu findet das wissenschaftlich anerkannte Modell der Sinus-Milieus® Anwendung.

In der vierten Studie aus dem Jahr 2015, an der 2000 erwachsene Personen aus allen sozio- kulturellen Bevölkerungsgruppen in Deutschland teilnahmen und die jetzt erschien, wurden Fragen zur heimischen Land- und Agrarwirtschaft, dem unterschiedlichen Naturbewusstsein von Menschen in der Stadt oder auf dem Land und der Energiewende erörtert.

Demnach gibt es ein sehr deutliches Unbehagen in der Bevölkerung der industrialisierten Landwirtschaft gegenüber. Am kritischsten wird dabei die chemische Schädlings- und Unkrautbekämpfung gesehen (die politische Auseinandersetzung um die Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters „Glyphosat“ in Europa gewinnt nicht zufällig innerhalb der Regierungskoalition an Schärfe, da sie am 30. Juni ausläuft).

93 Prozent der Befragten sind ferner der Meinung, dass bei der Nutztierhaltung das Wohl der Tiere berücksichtigt werden muss. 79 Prozent lehnen es ganz oder zumindest tendenziell ab, dass Nutztiere mit gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln gefüttert werden.

Im Ergebnis gibt es einen starken Rückhalt in der Bevölkerung für eine naturnahe Landwirtschaft. Die Befragungsergebnisse der Landbevölkerung unterscheiden sich dabei jedoch zumeist deutlich von denen der städtischen Bevölkerung. Ältere verfügen darüber hinaus über ein ausgeprägteres Naturbewusstsein als jüngere Mitbürger.

Einen direkten Zugriff auf das öffentlich zugängliche Dokument erhalten Sie über diesen Link!

(Quelle: www.bmub.bund.de)

Die Naturbewusstseinsstudie gehört sicherlich nicht zu den Basisstudien zum Wolf, ist aber aus Sicht von Wolfsmonitor relevant, weil sie den gesellschaftlichen Kontext, in dem sich Wolfsbefürworter und Wolfsgegner bewegen, sehr gut abbildet.

In der Naturbewusstseinsstudie 2013 wurde die Meinung in der Bevölkerung zur Verbreitung der Wildtiere in Deutschland abgefragt, darunter auch die Meinung zum Wolf.

Diese Studie finden Sie über diesen Link!

(Quelle: www.bfn.de)

(Anmerkung: Für die Richtigkeit der Angaben und Inhalte der verlinkten Webseiten wird keinerlei Gewähr übernommen)

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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