Niedersachsen: Kurtis Schwester bereits der sechste tote Wolf in diesem Jahr

Die am Sonntagabend auf dem Truppenübungsplatz Munster Nord tot aufgefundene Wolfsfähe mit der wissenschaftlichen Bezeichnung „FT10“, bei der es sich um die besenderte Schwester des im April erschossenen Wolfs „Kurti (MT6) handelt, ist bereits der sechste tote Wolf in Niedersachsen allein im Jahr 2016.

Das geht aus der „Totfundstatistik“ der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) hervor (hier der Link! *1)

Vermutlich ist diese Zahl jedoch nicht ganz aktuell.

Der Grund: Die ersten Untersuchungen am Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gestern ergaben, dass die tot aufgefundene Fähe offenbar erst kürzlich einigen Welpen das Leben schenkte. Über deren Schicksal gibt es bislang keine offiziellen Informationen.

Wolfsfähen säugen ihren Nachwuchs üblicherweise bis zum Alter von sechs bis acht Wochen. Da zu vermuten ist, dass die Geburt Ende April/Anfang Mai erfolgte, ist es schon rein theoretisch nahezu ausgeschlossen, dass das Vatertier allein für das Überleben der Welpen sorgen kann.

Sollten die Welpen gefunden werden, könnte eine DNA-Analyse – selbst wenn die Welpen den Verlust ihrer Mutter nicht überlebt hätten – den genetischen Nachweis über die Vaterschaft erbringen. Die Herkunft des Rüden wäre nicht nur aus wissenschaftlichen Gründen aufschlussreich.

Sollten die Welpen vielleicht sogar noch lebendig angetroffen werden, wäre eine Handaufzucht unter tierärztlicher Aufsicht in einer Auffangstation denkbar. Beim bereits knapp zweijährigen Wolf „Kurti“ hatten Fachleute seinerzeit das Verbringen in ein Gehege allerdings mit der Begründung abgelehnt, das sei in diesem Alter reine Tierquälerei.

(Quelle: (*1)Wildtiermanagement Niedersachsen, www.wildtiermanagement.com, Tote Wölfe in Niedersachsen Stand 24.5.2016, abgerufen am 25.5.2016, hier der Link!)

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