Wolfsheuristiken

Nach Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge, Monografien aber auch populärwissenschaftlicher Quellen habe ich es mir bereits vor längerer Zeit angewöhnt, der Einfachheit halber zwei Heuristiken (Faustformeln) anzuwenden. Dabei gehe ich davon aus, dass ein deutsches Wolfsrudel im Durchschnitt 8 Rudelmitglieder hat (Elterntiere, Jungwölfe und Jährlinge) und ein Revier von durchschnittlich 250 (genauer zwischen 150 und 350) Quadratkilometern besetzt.

Wie immer bestätigen Ausnahmen auch hier die Regel.

Interessant finde ich, dass auch die ausgewerteten Daten der beiden besenderten (und heute leider toten) Wölfe FT10 und MT6 aus dem Munsteraner Rudel die zuletzt genannte Heuristik bestätigen.

Demnach war das hauptsächlich genutzte Gebiet der Jährlingswölfin „FT10“ mit 272 Quadratkilometern etwas kleiner als das genutzte Gebiet des Jährlingsrüden MT6 („Kurti“), das 351 km² umfasste. Aus diesen Zahlen schließt man außerdem, dass das geschätzte Revier des Munsteraner Elternrudels in etwa 312 km² groß sein muss.(*1)

Die kürzlich öffentlich geäußerte Spekulation einiger „Wolfsbedenkenträger“, dass sich die fünf in der Heideregion ansässigen Wolfsrudel gemeinsam auf einem Gesamtterritorium von 250-300 km² bewegen, entbehrt übrigens jeglicher fachlichen Grundlage.

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler

(Quellen: (*1) NLWKN, www.nlwkn.niedersachsen.de, Wolfsbüro-Artikel: „Besenderte Wölfe in Niedersachsen“, abgerufen am 29.6.2016, hier der Link!)

Beitragsfoto: Heiko Anders: www.andersfotografiert.com

 

Kommentar verfassen