Brandenburg: Naturschutzverband IFAW unterstützt zwei Projekte zum Schutz von Nutztieren

Die Rückkehr der Wölfe ist leider auch mit Übergriffen von Wölfen auf unzureichend geschützte Nutztiere verbunden. „Die beste Präventionsmaßnahme vor wolfsbedingten Übergriffen in Nutztierherden liegt in der Kombination von Elektrozäunen und dem Einsatz von Herdenschutzhunden“, heißt es deshalb in einer Pressemeldung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburgs (MLUL).

Als es im Frühjahr bei zwei Landwirtschaftsbetrieben in Brandenburg zu Übergriffen kam, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte, half Brandenburgs Kooperationspartner im Wolfsmanagement, der International Fund for Animal Wildfare (IFAW).

Die vollständige Pressemeldung (im Wortlaut *1):

„Modellversuch für Schutz vor Wolfübergriffen – Sichere Weidezäune schützen vor Wolfsübergriffen

Potsdam/Hamburg, 24.06.2016 – Brandenburgs Kooperationspartner im Wolfsmanagement, der International Fund for Animal Wildfare (IFAW) hat zwei Betriebe bei der Verbesserung ihrer Umzäunungen zum Schutz ihrer Weidetiere unterstützt.

Umweltminister Vogelsänger: „Nur Weidezäune, die den fachlichen Standards genügen, schützen Nutztiere effektiv vor Wolfsübergriffen. Brandenburg hat im Jahr 2015  Präventionsmaßnahmen mit  136.586 Euro gefördert.“

In zwei Landwirtschaftsbetrieben kam es im Frühjahr zu Übergriffen, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte.

„Wir haben schnell und unbürokratisch geholfen. Damit wollen wir verhindern, dass sich die Wölfe in diesen zwei Regionen an Kälbern oder Schafe als Nahrung gewöhnen“, erklärt Robert Kless, Wolfsexperte des IFAW.

Gutes Wolfsmanagement bedeutet auch eine schnelle Hilfe dort, wo Schäden entstehen. Nur durch fachgerechte Herdenschutzmaßnahmen kann die Gefahr von weiteren Übergriffen auf Nutztiere durch den Wolf zukünftig vermindert werden.

Nach Empfehlung des Landesamts für Umwelt sollen nun auf beiden Höfen spezielle Sicherungsmaßnahmen umgesetzt werden. Die vorgesehene Maßnahme des Rinderzuchtbetriebs, bei dem die Abkalbekoppel gesondert gesichert wird, hat dabei Modell-und Versuchscharakter für die künftige Praxis.

Die Einhaltung von fachlichen Mindeststandards für die verschiedenen Tierarten ist Voraussetzung um einen Schadensausgleich bei vom Wolf verursachten Schäden an Nutztieren zu erhalten. Der dabei für den Tierhalter entstehende Mehraufwand  bei der Errichtung von Zäunen ist  förderfähig.

Mit der Rückkehr der Wölfe nach Brandenburg sind auch Übergriffe auf Nutztiere verbunden. Die beste Präventionsmaßnahme vor wolfsbedingten Übergriffen in Nutztierherden liegt in der Kombination von Elektrozäunen und dem Einsatz von Herdenschutzhunden.

Brandenburg hat seit dem 1. Januar 2013 einen Wolfsmanagementplan mit den Eckpfeilern: Information/Beratung, Prävention, Ausgleich von Nutztierrissen zur Akzeptanzförderung und Zugriff auf Wölfe, die eine Gefährdung des Menschen darstellen können. Der IFAW ist neben dem Landesjagdverband, dem NABU und dem WWF Kooperationspartner des Landes im Wolfsmanagement.

Mindeststandards zum Schutz vor Weidetieren vor Wolfsübergriffen sind im Internet veröffentlicht auf der Homepage das Brandenburger Agrar- und Umweltministeriums (Direktlink unter: www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.414160.de).

Zum Stand der Technik bei Weidezäunen sowie zu den Rechtsgrundlagen der Weidesicherheit bietet eine Broschüre einen Überblick: „Sichere Weidezäune“, herausgegeben vom Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (aid), Heft 1132/2016, 6. Auflage, ISBN 978-3-8308-1221-0″

(Quellen: (*1) Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, www.mlul.brandenburg.de, Pressemeldung vom 24.06.2016 „Modellversuch für Schutz vor Wolfübergrffen“ abgerufen am 5.7.2016, hier der Link!)

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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