Sachsen-Anhalt: Wolfstheater in Klötze

Es mag einem unbedarften Leser wie ein Theaterstück vorkommen: In Sachsen Anhalt ehrt der LJV-Präsident Dr. Hans-Heinrich Jordan den Wolfsbeauftragten Eckhard Wegwarth aus Klötze mit der LJV-Verdienstnadel in Silber. So weit, so gut.


 

Ich werde dennoch stutzig, denn irgendwie kommt mir der Name Eckhard Wegwarth bekannt vor. Schnell wird mir klar: Wegwarth stellte noch Ende März gegenüber der Presse eine „brisante Entwicklung“ der Wolfsbestände in Sachsen-Anhalt dar und zweifelte öffentlich die Zahlen des Landes mit den Worten an: „Das soll absichtlich klein gehalten werden“. (*1)

Wegwarth musste sich daraufhin vom Leiter des Bundesforstes im Bereich Tangerhütte-Hirschberge, Horst Schulze, öffentlich vorwerfen lassen, seine Worte seien „ziemlich gewagt, um es noch gemäßigt auszudrücken“. (*2)

Schulze weiter: „Wolfsbeauftragte, die die Zusammenhänge für das Monitoring „dilettantisch interpretieren und die Bevölkerung unterschwellig verunsichern“, indem sie von Wolfssichtungen berichten, die sich nachts etwa zwei Kilometer entfernt von einer Ortschaft ereignet haben sollen, würden der Jägerschaft eher einen „Bärendienst erweisen“.

Das sahen zumindest die verantwortlichen Jägerschaftsvertreter Sachsen-Anhalts augenscheinlich völlig anders, als sie Wegwarth nun eine Verdienstnadel verliehen. (*3)

Unterdessen werden aus Klötze weitere „irritierende“ Meldungen veröffentlicht, die bei oberflächlicher Lektüre suggerieren, es gäbe allein dort 54 Wölfe, hier der Link! (*4)

Irgendwie fühlt man sich an ein Kasperletheater erinnert. Zumindest aber an Horst Schulzes Worte…

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler

 

Quellen:

(*1) Volksstimme, www.volksstimme.de Artikel vom 31.3.2016: „Wolfsbeauftragter:„Situation beim Wolf ist brisant“, abgerufen am 8.7.2016, hier der Link!

(*2) Volksstimme, www.volksstimme.de, Artikel vom 7.4.2016: „Wolfsstreit – Bärendienst für Jägerschaft“, abgerufen am 8.7.2016, hier der Link!

(*3) az-online, www.az-online.de, Artikel vom 8.7.2016: „Eckhard Wegwarth für Verdienste im Rahmen des Wolfsmonitorings geehrt – Dr. Jordan fordert: „Klare Regeln zum Großraubwild“, abgerufen am 8.7.2016, hier der Link!

(*4) az-online, wwwaz-online.de, Artikel vom 8.7.2016: „Rasante Entwicklung der Nachweiszahlen bei Klötze – In nur einem Jahr: 42 Fotos mit 54 Wölfen“, abgerufen am 8.7.2016, hier der Link!

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