Uwe Martens vom Freundeskreis freilebender Wölfe zu den „Geheimnissen um Oerrel“:

„Hochschlagende Gerüchte kursieren, die auch vom NDR mit aufgenommen wurden, dass bei einer Sitzung in Oerrel Bilder gezeigt wurden, die angeblich ein wohlgehütetes Geheimnis waren.

 

Zum Treffen Ende Februar kam es, weil sich Meldungen von Nahbegegnungen mit den Munsteraner Welpen aus 2014 häuften. Ich war als Wolfsberater bei dem Treffen in Oerrel vor Ort und habe von dem Zusammentreffen der 2 Golden Retriever mit Gassigängerin in Lopau und der Begegnung mit den Wolfswelpen erzählt. Außerdem habe ich noch erklärt, warum ich dafür bin, das wir uns an Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung als Fachleute mit Erfahrung wenden sollten, um die Welpen-Bande zu beurteilen.

Dann wurde noch von weiteren Nahbegegnungen berichtet. (Im 1.Quartalsbericht 2015 der Jägerschaft sind einige dokumentierte Begegnungen aufgeführt und auch die nicht-dokumentierten Fälle der besagten Bilder vom Truppenübungsplatz sind erwähnt.) Unabhängig von den Bildern vom Truppenübungsplatz haben einige von uns den Verdacht geäußert, dass die Welpen möglicherweise gefüttert wurden.

Da es aber nur Mutmaßungen waren, haben wir über das weitere Vorgehen gesprochen. Es wurden dann auch nicht-freigegebene Bilder von Nahbegegnungen auf dem Truppenübungsplatz gezeigt. Eine Fütterungsszene war nicht darunter und von den Verantwortlichen auf dem Platz wurde uns übermittelt, dass sie ein Anfüttern durch Soldaten ausschließen konnten.

Eigentlich sollten wir uns freuen, dass der Jahrgang 2015 so unauffällig ist, aber stattdessen kann der Eindruck entstehen, dass ein Skandal auf den nächsten folgt – wie diese Bilder, die den Eindruck von wenig scheuen Welpen zwar untermauerten aber keine neuen Erkenntnisse lieferten.  Leider zerstören solche Berichte viel Vertrauen. In diesem Frühjahr haben wir uns oft im Ministerium getroffen, weil MT6 oder auch Kurti als einziger das distanzlose Verhalten auch als erwachsener Wolf gezeigt hatte, nachdem sich die Wölfe aus dem Jahrgang 2014 ab dem Frühjahr 2015 zurückgezogen hatten.

Und plötzlich muss man lesen, dass eine Wölfin eingeschläfert werden musste weil sie eine entzündete Verletzung hatte. Angeblich ist das MU schuld an dem langen Leiden. Ich frage mich nur warum wir vom Arbeitskreis Wolf nicht bei den Treffen von Seiten des Monitorings – also der LJN – auf einen Handlungsbedarf hingewiesen wurden.

Auch wenn ich mich wiederhole: Management und Monitoring gehören nicht getrennt. Es wäre doch besser, dass sich die Jägerschaft in ein aktives Monitoring einbringt, als hauptsächlich nur die Daten aus der Bevölkerung und den Wolfsberatern zu verwalten. Die Daten wären dann nicht zeitversetzt im Wolfsbüro vom NLWKN. Meiner Meinung nach kann so schneller und frühzeitig reagiert werden.“

Uwe Martens, Stellvertretender Vorsitzender des 
Freundeskreises freilebender Wölfe e.V.

(Quelle: Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., www.lausitz-wolf.de, Artikel vom 20.7.2016: „Der Wolf in Niedersachsens Politik“, abgerufen am 21.7.2016, hier der Link!)

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