100 Monitoringtage je Wolfsrudel!

Das Bundesamt für Naturschutz veröffentlichte im Jahr 2009 unter dem Titel „Monitoring von Großraubtieren in Deutschland“ ein „Skript“ mit der Nummer 251, dem unter Punkt 5.3 –  „Handbuch Wolfsmonitoring“ –  auf der Seite 64 zu entnehmen ist, dass die Schätzung der Populationsgröße bei Wölfen sehr aufwändig ist. Als Beispiel wird Frankreich genannt, wo ungefähr 100 Arbeitstage für jedes Wolfsrudel benötigt werden, um alle für das Monitoring wichtigen Informationen zu erheben.

Man kann die 100 Arbeitstage einmal auf sich wirken lassen. Spontan stellen sich einige Fragen: Was können wir bei der derzeitigen Organisation des Wolfsmanagements in den Bundesländern wirklich über „unsere“ Wölfe wissen, wenn ein effektives Monitoring allein eines Rudels mindestens den Zeiteinsatz eines Halbtagsjobs erfordert? Wie zuverlässig und lückenlos können die bisher veröffentlichten Angaben demnach sein? Reicht es aus, den Löwenanteil der Arbeit auf die vielen Schultern der freiwilligen Wolfsberater und Rissgutachter zu verteilen? Und wenn ja, wie lange noch? Fragen über Fragen…

Herzlichst
Ihr
Jürgen Vogler

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