Medienreaktionen bei mutmaßlichen Wolfsübergriffen, hier: Cuxhaven!

Solange allein die Mutmaßung, dass ein Wolf irgendwo in Deutschland ein Nutztier, manchmal vielleicht auch nur ein Wildtier (z.B. ein Reh) gerissen haben KÖNNTE, ein solches Medienecho, wie z.B. dieses hier!… zur Folge hat, gehören Wölfe noch nicht zum Alltag in diesem Land.

Denn genauso lange werden engagierte Wolfsschützer versuchen, Märchen und deren Erzähler zu entlarven und Wolfsbedenkenträger jede Gelegenheit nutzen, die großen Beutegreifer in der heutigen Kulturlandschaft als überflüssig zu erklären. Manche von ihnen haben oder schüren sogar Angst.

Auch so manche Partei wird aus der „politischen Mücke“ weiterhin einen Elefanten machen wollen. Staatstragender Habitus inklusive.

Gleichzeitig wird man sich damit abfinden müssen, dass bemühte aber nicht hinreichend qualifizierte Journalisten auch künftig Nachrichten über Wölfe missverständlich aufbereiten und dass einzelne Interessensgruppen weiter unnachgiebig versuchen, ihr eigenes Süppchen auf dem Pelz der Beutegreifer zu kochen.

Vermutlich wird sich daran vorläufig nichts ändern. Bis auf eine steigende Anzahl an Meldungen vielleicht, da es immer mehr Wölfe geben wird. Leider ist damit auch ein Anstieg der schlechten Nachrichten zu erwarten, da der Beutegreifer kaum für positive Schlagzeilen taugt.

Die obige Zeitungsmeldung aus Cuxhaven macht beispielsweise nicht deutlich, wieviel der gerissenen Nutztiere geschützt oder unzureichend geschützt waren.

Worauf es in der öffentlichen Wolfsdiskussion ankommt, sind Transparenz, Ehrlichkeit und Relationen. Denn den wenigen von Wölfen verursachten Nutztierrissen in Deutschland zum Beispiel – ein bekanntes Magazin zählte im vergangenen Jahr 208 solcher Wolfsattacken – stehen insgesamt 12,6 Mio Rinder, 27,1 Mio Schweine sowie 1,6 Mio Schafe und 150.000 Ziegen gegenüber (die allein rd. 40 Mio Legehennen dürften hierbei eine eher untergeordnete Rolle spielen).

Die meisten dieser Tiere leben ausschließlich in Ställen.

(Quelle: Cuxhavener Nachrichten, www.cn-online, Beitrag vom 2. August 2016: „Facebook-Diskussionen – Wolf erzeugt zahlreiche Reaktionen im Netz“, abgerufen am 2.8.2016, hier der Link!)

 

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