Mitarbeiter des niedersächsischen Wolfsbüros überfordert?

Der in Jägerkreisen bekannte Geschichtenerzähler Gert G. von Harling meldet sich zu Wort. Erneut zu Wort, muss man eigentlich sagen. Warum? Das erkläre ich gerne später. Im Zusammenhang mit einem im Sommer bei Soltau gefundenen, aufgepäppelten und später wieder ausgewilderten Wolfswelpen machte er den Mitarbeitern des niedersächsischen Wolfsbüros kürzlich laut eines Artikels der „Landeszeitung“ den Vorwurf, sie seien „überfordert“. (*1)

Der Grund: Von Harling fragte dort wiederholt erfolglos nach konkreten Beispielen für erfolgreiche Auswilderungen von Wölfen, nachdem es seitens des Wolfsbüros hieß, in anderen Ländern würde dies bereits erfolgreich praktiziert.

Nicht zum ersten Mal kritisiert von Harling damit das niedersächsische Wolfsmanagement öffentlich: Bereits vor etwas mehr als einem Jahr, im Juni 2015, forderte der ehrenamtliche Wolfsberater die Landesregierung per Protestschreiben dazu auf, „endlich einen vernünftigen Managementplan für den Umgang mit den Grauhunden“ zu schaffen. (*2)

Als Reaktion darauf meldete sich damals der renommierte und in Jägerkreisen anerkannte Wolfsexperte Ulrich Wotschikowsky auf seiner Webseite zu Wort und befand: „Das schlechte Image hat Isegrim hauptsächlich wegen des haarsträubenden Unsinns, den Schreiber wie Gert G. von Harling über ihn verbreiten“. (*3)

Den aktuellen Artikel über den erneuten Vorstoß von Harlings können Sie hier aufrufen!

In den Sozialen Medien, insbesondere auf Facebook, wurden übrigens zwischenzeitlich auf den Landeszeitungs-Artikel hin zahlreiche Beispiele für erfolgreiche Wolfsauswilderungen genannt. So merkt Tom-Schulze-Helmke in der Facebook-Gruppe „Schützt die Wölfe“ zum Beispiel an:

Das ist ein Witz was der Herr Harling für ein bisschen Aufmerksamkeit veranstaltet. Jeder der sich etwas mit Wölfen auskennt weiß viele Beispiele für erfolgreiche Auswilderungen. Die sind auch ganz leicht über das Internet zu erfahren, vorausgesetzt man kann mit einer Tastatur umgehen. Einfach mal eingeben Red Wolf Recovery Program, oder sich das Projekt von dem russischen Biologen Vladimir Bologov anschauen. Über einen verletzten Wolf, der nach Behandlung in Italien vom Wolf Apennine Center wieder freigelassen wurde, gibt es auf Youtube ein Video, das zigtausendmal aufgerufen wurde. In unser Facebookgruppe „Schützt die Wölfe“ wundern wir uns, dass dieses Thema überhaupt in eine Zeitung gelangt.“ (*4)

Hintergrund: Gert G. von Harling ist Jäger, ehrenamtlicher Wolfsberater und Jagdschriftsteller. Von ihm stammen Werke wie beispielsweise „Zwischen Bast und blanken Enden“ und „Kudus, Keiler, Kaffernbüffel: Afrikanische Pirsch“.

Quellen:

(*1) Landeszeitung.de – Das Nachrichtenportal für die Lüneburger Heide, Artikel von Dennis Thomas am 27.9.2016: „Wolfsbüro im Visier“, abgerufen am 27.9.2016, hier der Link!

(*2) Landeszeitung.de – Das Nachrichtenportal für die Lüneburger Heide, Artikel vom 22.6.2015: „Ein Wolfsberater klagt an“, abgerufen am 27.9.2016, hier der Link!

(*3) Wolfssite – Forum Isegrim, www.woelfeindeutschland.de, Ulrich Wotschikowsky am 24.6.2015: „Lateinstunde bei Gert.G. von Harling“, abgerufen am 27.9.2016, hier der Link!

(*4) Facebook-Gruppe „Schützt die Wölfe“, Kommentar von Tom Schulze-Helmke am 27.9.2016 zum Landeszeitungs-Artikel „Wolfsbüro im Visier“, abgerufen am 27.9.2016, hier der Link zur FB-Gruppe!

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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