Hessen: Schäfer sauer über ehrenamtliche NABU-Unterstützung

Zur Vorbereitung auf rückkehrende Wölfe nach Hessen bot die NABU-Landesarbeitsgruppe Wolf kürzlich eine Schulung für ehrenamtliche Herdenschützer im Nationalen Naturerbe „Weinberg Wetzlar“ an. (Wolfsmonitor berichtete, hier der Link!) Die freiwilligen Helfer werden Schäfer künftig auf Anfrage unterstützen, zum Beispiel beim Aufbau von Herdenschutzzäunen.

Schafzüchter Hubert Dissen schüttelt darüber jedoch nur noch sprachlos den Kopf. Ein wolfsdichter Zaun sei eine immense Zusatzbelastung. Das würde mindestens zwei Stunden Mehrarbeit bedeuten und außerdem sei an vielen Stellen so ein Zaun gar nicht machbar. Sauer sei er, für ihn stelle die NABU-Initiative nur eine Ablenkung dar. So zumindest zitiert ihn „lokalo24.de – Kassel“. (*1)

Als im Sommer 2003 gleich 22 Tiere des Schäfermeisters Frank Neumann bei Spremberg in Ostsachsen von Wölfen gerissen werden, ist kurze Zeit später Hilfe da. „Alles Organisationen, die eigentlich für die Wölfe sind, die waren für uns da. Nicht die, die gegen die Wölfe sind. Die haben uns nicht unterstützt“, resümiert Neumann später (Wolfsmonitor berichtete bereits über die MDR-Sendung „ECHT: Einsam im Wolfsrevier“, die Worte Neumanns ab Sendeminute 22:12, hier der Link!).

„Ist nicht ein helfendes Leben ein zehnfaches?“

Rainer Maria Rilke

(1875 – 1926), österreichischer Erzähler und Lyriker

Quellen:

  • (*1) lokalo24.de – Kassel, www.lokalo24.de, Artikel von Rainer Hahne am 17.10.2016: „NABU will Schäfer auf die Rückkehr der Wölfe vorbereiten, abgerufen am 18.10.2016, hier der Link!
  • NABU Hessen, www.hessen.nabu.de, Pressemeldung vom 11.10.2016: „Schnelle Eingreiftruppe für Schafe – NABU-Landesarbeitsgruppe Wolf schult Herdenschutz-Helfer“, abgerufen am 18.10.2016: Hier der Link!
  • MDR, www.mdr.de, Sendung: ECHT – DAS MAGAZIN ZUM STAUNEN vom 11.10.2016 mit dem Titel: „Einsam im Wolfsrevier – Existenzkampf gegen die grauen Räuber“, weitere Infos hier!,mit Link zur MDR-Mediathek, abgerufen am 18.10.2016

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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