Schildbürger im „Wolf-Streifgebiet“

„Meist sind es irgendwelche Scharlatane, die Ängste schüren wollen“, kommentiert Hans-Joachim Wersin-Sielaff, Sprecher des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums, das Schild mit der Aufschrift „Achtung! Wolf-Streifgebiet – Jäger empfehlen, Hunde anleinen und Kinder beaufsichtigen – Die Jägerschaft“, das Michael Ullerich anfertigen ließ und am Rande der brandenburgischen Ortschaft Krahne anbrachte.

Ullerich dazu: Es gebe in seinem Jagdrevier Wölfe. Ein Kind könne denken, das seien junge Hunde und möchte sie vielleicht streicheln. „Dann kommt das Muttertier und beißt das Kind oder tötet es“, sagt der Brandenburger, der in Krahne Jagdpächter ist. Er wolle die Bevölkerung auf die Gefahr hinweisen. (*1)

Ihm sei in den letzten Jahrzehnten kein Angriff von Wölfen auf den Menschen bekannt, so Jens-Uwe Schade, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Potsdam, gegenüber der Märkischen Allgemeinen. Und er ergänzt: „Alarmismus“ bringe niemanden weiter, Kinder seien durch Wölfe nicht in Gefahr.

Kommentar:

Philosoph Richard David Precht beschreibt in seinem neuen Buch „Tiere denken“ ziemlich anschaulich: „Der gesellschaftliche Hochsitz der Jägerei gehört der Vergangenheit an“. (*2)

Die Gründe dafür werden uns nahezu täglich neu vor Augen geführt.

Manchmal findet sich allerdings jemand, der den Dingen am Ende doch noch eine überraschende Wendung verpasst:

 

 Rotkäppchens Kommentar (Quelle: lachschon.de)
Rotkäppchens Kommentar – Foto NICHT aus der brandenburgischen Ortschaft Krahne (Quelle: lachschon.de)

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


Quellen:

(*1) Märkische Allgemeine, www.maz-online.de, Beitrag von Marion von Imhoff am 3.11.2016: Jäger: „Wölfe sind für Kinder gefährlich“, abgerufen am 3.11.2016, hier der Link!

(*2) Richard David Precht: „Tiere denken“, Seite 360, weitere Infos nach Klick aufs das nachfolgende Cover:

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