Gute Ideen für den Fortbestand einer Schäferei gesucht…

Er gilt als Vorzeigebetrieb, gerade auch, was die Schafhaltung und den wirksamen Herdenschutz vor Wölfen und anderen ungebetenen Gästen betrifft. Doch nun sucht die Schäferei Wümmeniederung nach guten Ideen, um das fast zwanzigjährige Lebenswerk fortsetzen zu können.

Hinter der Schäferei Wümmeniederung stecken Nicole und Holger Benning. Auf ihrer Facebook-Seite schreiben sie heute:

„Aufgeben…

gehört eigentlich nicht zu meinem Wortschatz, aber es gibt Dinge, die man irgendwann nicht mehr selbst in der Hand hat. Obwohl die Flächenausstattung ziemlich gut ist und auch sonst im großen und ganzen es in letzter Zeit ziemlich rund lief und sogar ein zusätzlicher Pflegeauftrag ab nächstem Sommer an Land gezogen werden konnte, passierten in den letzten Tagen einige rein wirtschaftliche Dinge, die den Fortbestand der Herde nahezu unmöglich machen.

Da es aber trotzdem irgendwie an Planungssicherheit fehlt – ein weiterer großer und existenziell nötiger Landschaftspflegeauftrag läßt Dank eines (vermutlich teuren) Gutachtens zur „Sinnmäßigkeit der Pflegekosten“ weiter auf sich warten und sowohl die Fahrtkosten zu den teils weit entfernten Flächen (inkl. deutlich fehlerhafter Angaben der Steuerberatungsgesellschaft) und zu hohen Kosten im Herdenschutz, geht uns quasi auf der Zielgeraden die Luft aus.

Um die Schließung eines Lebenswerkes, entstanden vor fast zwanzig Jahren aus einer kleinen Hobbyherde, mit viel Schweiß, Tränen, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Geld, Zeit und vor allem Herzblut und Entbehrungen zu einer schlagkräftigen Herde in der Biotop- und Landschaftspflege abzuwenden, bleibt erstmal nur die Bestandsreduzierung. Allerdings wird sich das als Teufelskreis erweisen, denn damit können wir unseren Verpflichtungen gegenüber den Auftraggebern nur noch unzureichend erfüllen und werden Flächen verlieren und damit die wichtigen Einnahmen. Zusätzlich werden Rückzahlungen aus den Bio-Prämien fällig werden usw.. Also ein sterben auf Raten…!

Um zu verhindern, dass tragende Mutterschafe zum Schlachter gebracht werden müssen, stehen erstmal alle Mix-Schafe und Lämmer zum Verkauf, sowie sechs Herdenschutzhunde.

Auch wenn es so sicher ist, wie das Amen in der Kirche, dass das kommen wird, bitten wir trotzdem von Lästereien, Häme und Gelächter abzusehen. Erwischen kann das von heute auf morgen jeden noch so gut aufgestellten Betrieb, denn jeder Schäfer kämpft jeden Tag auf`s neue einen Kampf ums Überleben.

Stattdessen sind wir dankbar für jede gute Idee, wie wir den Karren noch aus dem Dreck gezogen kriegen!“

Update der Bennings vom 8. November, 20:00 Uhr:

„Kurzes Update…
Ich hoffe, es erreicht auch alle, die auf den vorherigen Beitrag reagiert haben! Zu aller erst möchten wir uns für die riesige Resonanz bedanken, damit haben wir nicht gerechnet und sind noch völlig baff! Auch aus welchen Ecken überall Hilfsangebote kommen, ist schon verblüffend und wieviel Zuspruch kommt. Wir sind wirklich für jede Idee dankbar, auch wenn wir nicht hinterher kommen, überall drauf zu antworten!

Ganz besonders freut uns auch die Solidarität aus den Kreisen der Schäferkollegen, deren moralische Unterstützung und ihren Erfahrungen. Den ganzen Tag standen die Telefone nicht still und ständig treffen Mails ein mit Anfragen, wie man uns helfen kann. Oftmals ist man kaum in der Lage zu sprechen, weil man völlig überwältigt und ziemlich „nah am Wasser gebaut“ ist…

Im Moment sind wir noch zu durcheinander, um so viel Unterstützung zu sortieren und organisieren. Wir versuchen das alles in den nächsten Tagen aufzuarbeiten und anzupacken, wer also helfen möchte – egal wie – kann sich gerne in den nächsten Tagen am besten telefonisch melden unter: 04263-9851445 (AB) o. 0162-9499251.

Oder er kann sich vertrauensvoll an folgende E-Mail-Adresse richten:

h.benning@heidschnuckenherde.de

…oder direkt auf den Facebook-Post antworten:

Schäferei Wümmeniederung auf Facebook!

Die Webseite der Schäferei Wümmeniederung mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier!

 

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