Mecklenburg-Vorpommern: Wolfswelpe „Naya“ hat jetzt einen Peilsender

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern (LU) informiert im Rahmen einer Pressemitteilung vom 16. November (im Wortlaut):

„Weiblicher Wolfswelpe mit Peilsender bestückt“

„In Mecklenburg-Vorpommern konnte erneut ein Wolfswelpe erfolgreich besendert werden. Nachdem es im Oktober 2015 erstmals gelang, einen männlichen Welpen („Arno“) aus dem Rudel in der Lübtheener Heide mit einem Peilsender auszustatten, wurde nun ein weiblicher Welpe („Naya“) aus dem gleichen Rudel mit einem Peilsender versehen.

„Das ist ein toller Erfolg für alle Beteiligten, denn nur auf diesem Wege können wir das Wanderverhalten und die Gewohnheiten der Tiere verfolgen, um daraus nützliche Erkenntnisse für den weiteren Umgang mit ihm zu ziehen. Das ist dringend geboten: Erst kürzlich haben Fotofallenbilder sieben neue Wolfswelpen im Land bestätigt. Sie belegen, dass sich die Wolfsvorkommen weiterentwickeln und es die richtige Entscheidung war, das ganze Land mit Ausnahme der Inseln zum Wolfsgebiet zu erklären“, kommentierte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Der Übergriff auf eine Rinderherde bei Niendorf habe deutlich gemacht, dass sich Bund und Länder der Debatte um einen günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation stellen müssen, so Backhaus. Mecklenburg-Vorpommern habe mit der Wolfstagung im Juni bereits einen wichtigen Grundstein für einen sachlichen Austausch gelegt. Auch auf der Umweltministerkonferenz Ende Juni in Berlin werde M-V den Wolf auf die Themenagenda heben, kündigte er an. Grundlage seien auch Erkenntnisse aus der Telemetrie.

Der GPS-Sender des Wolfswelpen „Arno“ hat im Verlauf der letzten 12 Monate planmäßig Daten geliefert. Als nicht geschlechtsreifer „Jährling“ ist er noch immer Teil des Lübtheener Wolfsrudels und hilft bei der Aufzucht der diesjährigen Welpen. Es ist davon auszugehen, dass er mit Erreichen der Geschlechtsreife seine Familie verlässt und sich sein eigenes Territorium sucht. Bisher ist nicht bekannt, dass sich ein Welpe aus den beiden bekannten Rudeln des Landes innerhalb von M-V angesiedelt hat.

Das Telemetrie-Projekt wird seit 2011 vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in enger Abstimmung mit dem Landesjagdverband MV, dem Bundesforstbetrieb Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der TU Dresden durchgeführt. Für 2016 standen zwei Peilsender zur Verfügung, von denen der erste jetzt zum Einsatz kam. Künftig wird versucht, weitere Wölfe im Land zu markieren.

Hintergrund

Die ersten Fangversuche von Wölfen zwischen 2011 und 2013 in der Lübtheener Heide blieben erfolglos. Zu jener Zeit lebte dort nur ein einzelner Rüde. Nachdem sich im Jahr 2014 ein Wolfspaar erfolgreich reproduziert hat, wurden 2015 die Fangbemühungen wieder aufgenommen und waren erfolgreich. Im Oktober 2015 konnte ein männlicher Welpe aus dem Lübtheener Rudel erfolgreich besendert werden. Die Sender liefern wichtige Daten zur Raumnutzung des Rudels und unterstützen damit das Wolfsmonitoring des Landes. Über die Ergebnisse wird in regelmäßigen Abständen informiert.


Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, www.regierung-mv.de, PM-Nr. Nr.365/2016 vom 16.11.2016: „Weiblicher Wolfswelpe mit Peilsender bestückt“, abgerufen am 17.11.2016, hier der Link!

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

 

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