6 neue Wolfsmeldungen

Im sächsischen Bautzen demonstrierten gestern rund 150 Menschen aus allen Teilen Deutschlands – darunter auch viele Schäfer – gegen das Verbot zum Abschuss von Wölfen. Wenige Meter davon entfernt saßen „Wolfsmanager“ in einem Tagungshotel, um sich über wirksame Herdenschutzmaßnahmen zu beraten.

Nur wenige Tage zuvor war man in Niedersachsen (Loccum) schon einen bedeutenden Schritt weiter (hier!). Da redete man miteinander! Und siehe da: Der Wolf scheint neben vielen anderen Problemen, z.B. den Flächenpreisen, den Düngebestimmungen, den Marktpreisen und vielen bürokratischen Auflagen nur eine von vielen Herausforderungen für die Schäfer zu sein.

Allein die Wölfe jedoch sichern dieser Berufsgruppe offensichtlich die Aufmerksamkeit der Medien und damit der Menschen.

Insofern halte ich derartige Protestaktionen wie die in Bautzen für doppelt kontraproduktiv: Erstens treiben sie die beiden Positionen weiter auseinander und zweitens ließe sich aus der Chance, die mit der breiten öffentlichen Aufmerksamkeit bereits seit längerem gewonnen wurde, sicherlich mehr Kapital auch für die anderen Belange der Schäfer schlagen, wenn man denn mit der Situation cleverer umgehen würde. Das zumindest zeigte mir Loccum am Wochenende.

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Dass die Weidetierhaltung in Wolfsgebieten nicht immer konfliktfrei verläuft, hat auch die Partei DIE LINKE in Sachsen erkannt. Deren agrarpolitische Sprecherin im Sächsischen Landtag, Kathrin Kagelmann, äußerte in einer Pressemeldung der Partei: „Schäfer brauchen mehr Hilfe beim Schutz vorm Wolf. Und: Der höhere Aufwand für Schäfer beim Schutz vorm Wolf muss vom Staat komplett erstattet werden.“

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Unterdessen meldete das Greenpeace-Magazin, dass in der Slowakei die Jagdsaison auf Wölfe begonnen hat. Das Landwirtschaftsministerium in Bratislava hat in der Zeit bis Mitte Januar insgesamt 70 der insgesamt etwa 170 bis 400 Exemplare zum Abschuss freigegeben, 20 weniger als vor einem Jahr.

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In einem „Offenen Brief des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V.“ zur „Dresdner Resolution“ der CDU/CSU appelliert der Freundeskreis an die Parteien: „Nehmen Sie sich dem Thema Agrarsubventionen der EU an. Hier werden die Bedürfnisse der Weidetierhalter, die ihre Tiere artgerecht im Freien halten nicht berücksichtigt und systematisch ruiniert.
Nach Angaben der Schafzuchtverbände kommt ein Schäfer – ohne das Einpreisen des Herdenschutzes – auf einen Stundenlohn von etwa einem halben Mindestlohn.“

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Ist den Jägern eigentlich klar, dass der beste Verbündete zum Schutz des Niederwilds der Wolf wäre?“…fragt Kurt Kotrschal, Zoologe an der Uni Wien und Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau, in einem Artikel, der gestern in der Print-Ausgabe von „Die Presse“ veröffentlicht wurde. Weiter stellt er darin fest: „Alle Ehre der Jagd, aber Schande über jene Praktiken, die Ökologie, Artenschutz und jeglichen gesellschaftlichen Grundkonsens verhöhnen.“

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Belgische Medien berichten darüber, dass seit einigen Wochen einzelne Wölfe in den Ardennen im Raum um Bastogne von Jägern beobachtet wurden. Das habe auch der belgische Umweltminister René Collin bestätigt.

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Quellen:

(*1) Sächsische Zeitung, www.sz-online.de, Artikel von Jana Ulbrich am 22.11.2016: „Dürfen Wölfe geschossen werden?“, abgerufen am 23.11.2016, hier der Link!

(*2) DIE LINKE – Fraktion im Sächsischen Landtag, Pressemeldung 568/2016: „Schäfer brauchen mehr Hilfe beim Schutz vorm Wolf“, abgerufem am 23.11.2016, hier der Link!

(*3) Greenpeace-Magazin-Ticker, www.greenpeace-magazin.de, 22. November 2016, 15:20 Uhr: „Bratislava (dpa) – Jagdsaison auf Wölfe in Slowakei begonnen“, abgerufen am 23.11.2016, hier der Link!

(*4) Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., www.lausitz-wolf.de, Offener Brief des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V. zur „Dresdner Resolution“ der CDU/CSU vom 22. November 2016, abgerufen am 23.11.2016, hier der Link!

(*5) Die Presse, www.diepresse.com, Artikel von Die Jagd zwischen hohem Ideal und ihren tiefen Wirklichkeiten“, abgerufen am 23.11.2016, hier der Link!

(*6) Input-Aktuell, www.input-aktuell.de, Meldung vom 22. November: „Einzelne Wölfe in den Ardennen gesichtet“, abgerufen am 23.11.2016, hier der Link!

 

 

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