Von Menschenfressern und Märchenerzählern

In Meppen (Emsland) war heute das Märchen von der menschenfressenden Bestie Wolf zu lesen. In einer Lokalausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) stellte Thomas Listl in einem Leserbrief die Frage, wann der Mensch zum Wolfsfutter wird?

„Sogenannte „Wolfskuschler“, so schreibt er, hätten zu Beginn der ganzen Wolfseuphorie behauptet, dass Wölfe sich hauptsächlich an das Wild im Wald halten würden.

Ja, in der Tat! So ist es immer noch!

Zumindest in über 99% aller Fälle, denke ich, nachdem ich einen Moment lang überlegte, ob ich mich nun eher als „Wolfskuschler“ oder als „Wolfsfutter“ betrachten soll.

Muss man eigentlich wirklich jede „Stammtischparole“ (ich wollte erst spontan „Scheißhausparole“ schreiben) öffentlich kommentieren, frage ich mich als nächstes.

Thomas Listl, dessen Unmut sich erkennbar gegen die Landesregierung richtet, hat offensichtlich nicht einmal registriert, dass es die schwarz-gelbe Koalition in Niedersachsen war, die im Jahr 2010 das auch heute noch gültige Wolfskonzept ins Leben rief.

Nein, muss man nicht, entscheide ich und widme ich mich anderen Dingen…


„Ein uraltes Märchen: Es wird einmal…“

© Wolfgang Mocker, (1954 – 2009), deutscher Journalist und Autor


Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler



(Quelle: Lingener Tagespost, 71.Jg, Nr.279, Montag 28. November 2016, Seite 8: Leserbrief von Thomas Listl, Meppen: „Wann wird der Mensch zum Wolfsfutter?“)

 

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