Pflichtvergessende Wolfskomödie?

Wie würde es auf Sie wirken, liebe Leserinnen und Leser, wenn der BDI dem BVMW (also der „Bundesverband der Deutschen Industrie“ dem „Bundesverband mittelständische Wirtschaft“) einen recht provokant formulierten Fragenkatalog mit der veröffentlichten Bitte übersenden würde, die aufgeführten Fragen zum umstrittenen TTIP-Thema möglichst im Vorfeld eines gemeinsamen Treffens zu beantworten?

Klingt nach Komödienstadel, stimmt’s? Oder mindestens nach „Machtgehabe“, gell?

Denn weder der BDI noch der BVMW entscheiden im Zweifel darüber, ob und unter welchen Bedingungen das transatlantische Handelsabkommen TTIP tatsächlich umgesetzt wird (glaubt zumindest der „deutsche Michel“, die in den Verbänden organisierten Mitglieder glauben vermutlich etwas anderes).

Die Geschäftsführer des Deutschen Bauernverbandes (DBV), des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) haben nun dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) nicht nur einen Fragebogen im Vorfeld eines Treffens übersandt, sie haben das auch im Rahmen ihrer Pressearbeit verkündet und die Fragen sogar veröffentlicht (hier!).

Der NABU hatte Ende September zu einem gemeinsamen „Krisengespräch“ geladen, nachdem auf einer Weide bei Cuxhaven das illegal erschossene Muttertier des Cuxhavener Wolfsrudels gefunden wurde (hier!).

Mal abgesehen von der Art und Weise des Umgangs miteinander, der mich ebenfalls an einen Komödienstadel erinnert, was sagen eigentlich die offensichtlich nicht zum Gespräch eingeladenen aber ebenfalls im Wolfsschutz tätigen anderen Organisationen (IFAW, WWF, GzSdW, Freundeskreis freilebender Wölfe) dazu?

Sind sie nicht auch irgendwie Teil dieser „Krise“?


„In Zeiten politischer Krisen ist es für einen ehrenhaften Menschen nicht am schwersten, seine Pflicht zu tun, sondern sie überhaupt zu kennen.“

Louis Gabriel Ambroise Vicomte de Bonald, (1754 – 1840), französischer Staatsphilosoph


Quellen:

Deutscher Jagdverband, www.jagdverband.de, Pressemitteilung vom 25.11.2016: „Verbändegespräch zum Wolf“, abgerufen am 29.11.2016, hier der Link!

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