Wölfe in Brandenburg können geschossen werden…

…lautet eine aktuelle rbb/24- Überschrift. Was hat sich geändert? Nichts hat sich geändert! Obwohl Brandenburgs Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) noch Anfang November – so zitiert ihn rbb/24 – einer Abschussgenehmigung für Wölfe eine strikte Abfuhr erteilte, betonte er gestern im Umweltausschuss, dass Wölfe, die jede Furcht vor Menschen verloren hätten und sich nicht durch Herdenschutzmaßnahmen von Viehherden abschrecken ließen, geschossen werden können. (*1)

Der RBB führt das auf den Widerstand des Bauernbundes zurück, was man – wenn man denn wirklich möchte – des politischen Frieden Willens meinetwegen als politische Rhetorik so stehenlassen kann, aber letztlich völliger Quatsch sein dürfte.

Denn diese Regelung gab es auch schon vorher (nachzulesen im Managementplan für den Wolf in Brandenburg 2013 – 2017 auf der Seite 19 und im Anhang 10.6, hier!)

Interessant und im selben Beitrag zu lesen: Wildschweine hätten im Gegensatz zu Wölfen, für die in Brandenburg etwa 40.000 Euro Schadensausgleich geflossen sind, Schäden von etwa 300.000 Euro angerichtet. In den östlichen Landkreisen Brandenburgs soll Jägern künftig sogar eine „Abschussprämie“ winken. Angeblich 20 Euro pro Wildschwein.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine solche Regelung ein „gefundenes Fressen“ für jeden Jagdgegner sein dürfte. Erst kommen die Jäger dort offenbar ihrer Pflicht nicht nach, einen „angepassten“ Wildbestand zu gewährleisten, und dann werden sie dafür auch noch mit Steuergeldern belohnt, wird deren Argumentation vermutlich lauten. Horrido!


Quelle:

(*) rbb/24, www.rbb-online.de, Beitrag vom 30.11.2016: „Wölfe können in Brandenburg geschossen werden“, abgerufen am 1.12.2016, hier der Link!

(*2) Managementplan für den Wolf in Brandenburg 2013 – 2017, www.mlul.brandenburg.de, abgerufen am 1.12.2016, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

 

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