Deutungshoheiten

Welche Möglichkeit hat man, sich eine offensichtliche Niederlage nicht eingestehen zu müssen? Genau, man versucht, aus der Not eine Tugend zu machen, indem man in die Offensive geht und die Fakten nach Gutdünken zu seinen eigenen Gunsten interpretiert. Man übt sich also in „Deutungshoheit“!


 

Wie nun offensichtlich auch in der kleinen niedersächsischen Gemeinde Wriedel inmitten der Lüneburger Heide.

Dort bat Bürgermeister Werner Harneit im Juli – also rund 2 Monate vor der Kommunalwahl – seine Mitbürger um die Teilnahme an einer Umfrage zum Thema Wolf.

Sogar der NDR berichtete in seinem Artikel „Mit dem Wolf auf Stimmenfang“ am 28. August darüber. (*1)

Und obwohl Harneit bei der Kommunalwahl im September selbst 488 Stimmen holte, wollten ihm bei der Wolfsumfrage nicht einmal halb so viele Menschen folgen, nämlich nur 199.

Was versucht der Bürgermeister nun, um dieses Desaster nicht öffentlich zugeben zu müssen?

Nun, er behauptet gegenüber einer Lokalzeitung, man sei „das Sprachrohr für eine schweigende Mehrheit“. (*2)

Doch im Ernst: Welche Erkenntnisse lassen sich tatsächlich aus einer Umfrage ziehen, bei der über 90 % dem eigenen Bürgermeister eine Abfuhr erteilen, indem sie sich ihr verweigern?

Und was bedeutet es eigentlich, wenn offenbar nur ein einziger Umfrageteilnehmer (von letztlich über 2000 „Wahlberechtigten“ in der Gemeinde) auf dem Umfragebogen anmerkt, er habe Angst um seine Kinder?

Es dürfte nicht schwerfallen, sich diese Fragen selber zu beantworten!

P.S.: Die „Ergebnisse“ überreichte Bürgermeister Werner Harneit laut der berichtenden Zeitung an Bevensen-Ebstorfs Bürgermeister Hans-Jürgen Kammer und Landrat Dr. Heiko Blume. In der Hoffnung, die Sache nicht alleine „ausbaden“ zu müssen?


Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


Quellen:

(*1) Norddeutscher Rundfunk, NDR, www.ndr.de, Beitrag „Kommunalwahl: Mit dem Wolf auf Stimmenfang“ von Ulrike Kressel am 28. August 2016, abgerufen am 28.12.2016, hier der Link!

(*2) az-online.de, www.az-online.de, Beitrag von Gerhard Sternitzke am 28.12.2016: „Leben mit dem Wolf“, abgerufen am 28.12.2016

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