In eigener Sache (2) – zwei Monate Wolfsmonitor

Es ist nun schon wieder zwei Monate alt – mein erstes eigenes Internetprojekt. Zeit also, erneut einen Blick hinter die Kulissen von Wolfsmonitor zu werfen. Die deutschen Wölfe – so scheint es – treten zurzeit etwas seltener in Erscheinung als sonst. Kein Wunder, in der Phase, in der die Welpen aufgezogen werden, sind die Wölfe üblicherweise „heimlicher“ als sonst. Das wird sich vermutlich bereits im Frühherbst wieder ändern, dann also, wenn die Welpen als „Halbstarke“ erstmals ihre Eltern bei der Jagd begleiten werden.

Die Schlagzeilen in den Medien ebben allerdings nicht ab. Einige Verbände haben kürzlich Stellung zur Wolfsrückkehr bezogen und „Positionspapiere“ veröffentlicht. Interessanterweise verläuft die „Front“ der Meinungen pro oder contra Wolf genau dort, wo sie bereits Mitte der 1990èr Jahre bei der Wiederansiedelung der Wölfe im Yellowstone-Nationalpark verlaufen ist. Das verdeutlichte mir gerade die Lektüre des Buches von Elli H. Radinger über das dortige Ansiedelungsprojekt. Und die Meinungen zum Rückkehrer sind – wie bereits Erik Zimen in den 1970 èr Jahren feststellte und die Positionspapiere nun beweisen – selbstverständlich überwiegend interessengeleitet.

Es hat sich in den letzten zwei Monaten übrigens eine Menge im „administrativen Wolfsmanagement“ getan. Am 01. Juli eröffnet Niedersachsen ein eigenes Wolfsbüro mit drei Mitarbeitern und auch in anderen Bundesländern beginnt man, das Wolfsmanagement den Gegebenheiten anzupassen. Auf der Ebene des Bundes wird es künftig eine zentrale „Melde- und Dokumentationsstelle Wolf“ geben, alles Schritte, die das Wolfsmanagement professionalisieren dürften. Leider fehlt es bisher immer noch an flächendeckender lokaler Wolfsexpertise, auch wenn in Niedersachsen gerade einige Wolfsberater darin geschult werden, Wölfe professionell „zu entnehmen und zu vergrämen“. Ein – wie ich finde – notwendiger Schritt, der durchaus in die richtige Richtung weist.


Begründet habe ich diesen und weitere erforderliche Schritte in meinen 9 Thesen, die ich Ende letzter Woche endlich fertigstellen konnte und die zusammen rund 33 DIN-A-4-Seiten umfassen. Diese Thesen bilden die inhaltliche Grundlage dieses Internetauftritts. Ich werde nun in Kürze die Inhalte der Thesen nochmals in einem eigenen Beitrag zusammenfassen, da nicht jeder Leser die Zeit und die Muße hat, sich durch 33 Seiten zu arbeiten. Außerdem habe ich mir vorgenommen, die Thesen von Zeit zu Zeit zu überprüfen und gegebenenfalls in weiteren Beiträgen fortzuentwickeln.

Vor zwei Monaten war es mein Ziel, dass dieser Blog an Bekanntheit gewinnt. Nichts ist beklemmender, als vor sich hin zu schreiben und keinerlei Resonanz zu erhalten. Andersherum sorgt ein entsprechendes Leserfeedback für unglaubliche Motivation. Mit einem Blick auf die Zahlen, die mein Web-Dienstleister mir zur Verfügung stellt, kann ich ganz zufrieden sein: Meine Beiträge auf Wolfsmonitor wurden – Stichtag 26. Juni, also nach genau zwei Monaten – 70.089 mal gelesen und zwar im Rahmen von 16.178 Zugriffen auf die Wolfsmonitorseite. Das heißt quasi, dass die Artikel täglich über 1.000 Mal gelesen werden – Tendenz steigend. So viele Leser hatte ich eigentlich (noch) gar nicht erwartet. Ich kann aus Datenschutzgründen übrigens nicht ermitteln, wer liest, sondern nur, dass gelesen wird….

Besonders häufig wurden die beiden Interviews aufgerufen. An dieser Stelle möchte ich mich deshalb auch noch einmal bei den beiden Interviewpartnern Gitta Connemann und Heino Krannich bedanken. Das nächste Interview befindet sich übrigens bereits in der Vorbereitung.

Auf großes Interesse stießen aber auch einzelne Beiträge. Insbesondere der Beitrag „Herdenschutzhunde – Problemlöser oder –verursacher ?“ (meine These 7) und der Artikel „Verpasst die Jagd ihre Zukunft?“ (die These 9) wurden sehr häufig aufgerufen, obwohl beide Beiträge noch vergleichsweise jung sind.

Ein stattlicher Teil der Webseitenbesucher stammt übrigens aus den „sozialen Medien“. Obwohl man mich anfangs davor warnte, wagte ich, mich bei „facebook“ und bei „google+“ anzumelden und viele Beiträge dort zu veröffentlichen. Für mich ist das jedes Mal eine Art „Feuertaufe“, da dort – das durfte ich feststellen – viele versierte Menschen unterwegs sind, die spontan darüber urteilen, ob ein Beitrag gelungen ist oder Schwachstellen aufweist – oder eben auch nicht. Mein Eindruck bisher: Fachlich habe ich größere Fehler vermeiden können, der Zuspruch war in der Summe außerordentlich gut. Einige Leser haben mir zwar verübelt, dass ich gerade den emeritierten Professor und bekennenden Wolfsgegner Valerius Geist hernehme, um das mögliche Gefahrenpotenzial von Wölfen abzuschätzen. Ich halte das allerdings trotzdem für legitim, weil sein Denkansatz einfach, logisch und nachvollziehbar ist. Mehr dazu in Kürze.

Außerdem habe ich zu vielen sachkundigen „Usern“ einen guten Kontakt herstellen können, mit einigen habe ich lange telefoniert, einige haben mir sogar weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt. Danke auch dafür!

Es ist schön, dass dieser Blog „funktioniert“. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Die Rückkehr der Wölfe verläuft dynamisch. Das bedeutet, dass ich weiter bemüht sein werde, die Dinge „auf den Punkt“ zu bringen und zu kommentieren. Außerdem werde ich nicht nachlassen, „Wolfsscouts“, wie ich sie nenne, also Wolfsbetreuer mit erweitertem Aufgabenspektrum, zu fordern.

Es würde mich freuen, wenn Sie mich weiterhin dabei begleiten!


Herzlichst
Ihr
Jürgen Vogler

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