Die grobe Richtung stimmt!

Es ist ausgerechnet beim Thema Wolf nicht immer leicht, zwischen bedeutenden und unwesentlichen Nachrichten zu unterscheiden. Das Thema ist zurzeit emotional so aufgeladen, dass es erfahrungsgemäß auch noch die Letzten hinter den Öfen hervorzulocken vermag.

Dementsprechend häufig hört oder liest man zurzeit Stellungnahmen von „Wolfs-Oberbedenkenträgern“, die ihre – nicht selten interessengeleiteten – Ansichten öffentlich äußern, Fachwissen dabei jedoch oftmals vermissen lassen, wie kürzlich beispielsweise Bremens Landesjägerschafts-Vizepräsident (LJB) Marcus Henke oder nun auch seine „Kollegin“ Sibylle Erbut von der dortigen Jägerschaft (hier! 1), der Generalsekretär der LKR Niedersachsen, Bernd Vogel (hier! 2), oder (sogar) der Nienburger Wolfsberater Hubert Wichmann (hier! *3).

Leider gibt es in diesem Zusammenhang aktuell auch äußerst „heiß“ diskutierte Entscheidungen, wie beispielsweise die im sächsischen Landkreis Görlitz. Dort hält man – trotz des immensen Widerstands von Wolfsschützern und Teilen der Bevölkerung – offenbar immer noch daran fest, den vermeintlichen Problemwolf mit dem Kosenamen „Pumpak“ abschießen zu wollen.

Wenn man sich allerdings in Erinnerung ruft, dass allein die Entnahme „Kurtis“ im April 2016 in Niedersachsen zu einer dreistelligen Zahl an Strafanzeigen führte, wünsche ich mir für den vom Landkreis Görlitz beauftragten Schützen, dass ihm Wolf Pumpak niemals über den Weg laufen möge und er den „Finger gerade lassen“ kann. Es wäre schön, wenn beide so von allen Konsequenzen verschont blieben.

Dennoch halte ich – wie vermutlich eine Menge Menschen – die Frage weiterhin für nicht ausreichend beantwortet, wie man als verantwortliche Behörde so eine vermeintlich rechtsunsichere Entnahmeanweisung überhaupt erteilen konnte…


Die „grobe Richtung“ stimmt trotzdem…

Die grobe Richtung, in die einige maßgebliche „Köpfe“ zurzeit in Niedersachsen und offenbar auch im benachbarten Nordrhein-Westfalen denken, stimmt indes – trotz anderslautender „Nebengeräusche“- trotzdem.

Wenn sich also die Landesjagdverbands-Präsidenten aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Helmut Dammann-Tamke und Ralph Müller-Schallenberg, offenbar darin einig sind, dass Wölfe „zumindest derzeit“ auf keinen Fall ins Jagdrecht aufgenommen werden sollen und es auch nicht Aufgabe der Jäger sein kann, Wölfe zu regulieren, dann ist das erst einmal eine klare Ansage, die sich offenkundig nur noch nicht bis zum letzten Jagdgenossen herumgesprochen haben dürfte. (*4)

Die beiden haben demnach erkannt, was auch schon WILD und HUND-Chefredakteur Heiko Hornung in der ersten Ausgaben seines Jagdmagazins in diesem Jahr befürchtete: Wölfe entpuppen sich für die Jagd schnell als „Trojaner“, die nicht nur das gegenwärtigen Reviersystem, sondern auch die Jagd als Ganzes infrage stellen könnten (hier!).

Um dennoch im Zweifel handlungsfähig zu sein, will der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, wie er kürzlich in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen äußerte, nicht nur die Entschädigungen für Nutztierhalter vereinfachen und ausweiten, sondern auch eine „Taskforce“ aufbauen. (*5)

Und dass diese Idee tatsächlich das Potenzial zur „Tragfähigkeit“ und einer breiten Akzeptanz in sich birgt, zeigen bereits erste Meldungen „aus der Provinz“, wie beispielsweise aus Bad Bevensen, wo nicht zuletzt auch Wolfsmonitor-Kolumnist Klaus Bullerjahn einen gewissen inhaltlichen Einfluss zu haben scheint. (*6)

Die Richtung dürfte also in groben Zügen stimmen. Zumindest in Niedersachsen. Eine gesonderte Betrachtung der „großen Beutegreifer“ als eigenständige „Gruppe“ freilebender Tiere mit eigenen Managementnotwendigkeiten, der operative Einsatz einiger echter Experten dort, wo Probleme bestehen sowie vereinfachte Verwaltungsprozesse bei Prävention und nach Nutztierübergriffen, und in das immer wieder öffentlich gescholtene niedersächsische Wolfsmanagement könnte endlich etwas mehr Ruhe einkehren. Das täte allen Beteiligten gut. Und könnte zum Vorblid auch für andere Bundesländer werden.

Den Vorschlägen des Ministers sollten dementsprechend nun auch zügig Taten folgen!


Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


Quellen (alle abgerufen am 1.2.2017):

(*1) NOZ, www.noz.de, 31.1.2017, hier der Link!

(*2) Liberal-Konservative Reformer (LKR), www.alpha-nds.de, Wölfe in Niedersachsen sorgen für Gefahr – es reicht!, hier der Link!

(*3) Die Harke, www.dieharke.de, 30.1.2017, hier der Link!

(*4) WILD und HUND, www.wildundhund.de, 31.1.2017, hier der Link!

(*5) Hannoversche Allgemeine (HAZ), www.haz.de, 13.1.2017, hier der Link!

(*6) AZ-Online, www.az-online.de, 28.1.2017, hier der Link!

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