Keine Obergrenze für Wölfe in Niedersachsen

Niedersachsen ist – laut Wikipedia – 47.618 km² groß. In dem Bundesland leben etwa 7.774.000 Einwohner und aktuell ungefähr 80 Wölfe. Die politisch Konservativen im Landtag in Hannover fordern dennoch eine „Obergrenze“ für Wölfe. Aus Sicht der CDU muss die Wolfspopulation in Niedersachsen eingedämmt werden, um Schafe und Rinder zu schützen. Doch dieser Ansicht wollte Umweltminister Stefan Wenzel gestern im Umweltausschuss offensichtlich nicht folgen. Seiner Meinung nach werden sich die Wölfe nicht im gesamten Bundesland ausbreiten, da sie überwiegend in wenig besiedelten Gegenden aufhielten. Wenzel wies dabei auf Sachsen und Brandenburg hin.

Außerdem müsse man sich an Recht und Gesetz auf Bundes- und Europaebene halten und könne demnach nicht einfach eine Obergrenze einführen, betonte der Minister.

Es ist schon erstaunlich, mit welchen in Relation zu anderen politischen Themen belanglosen Inhalten man sich im niedersächsischen Landtag ausgiebig und quasi pausenlos beschäftigt.

Angesichts des Kampfes gegen den Terror, der Folgen der umfassenden Digitalisierung der Gesellschaft, angesichts des Klimawandels und der Energiewende, der Finanzkrise und des drohenden Scheiterns des europäischen Projektes sowie das Erstarken des Rechtspopulismus und die Ukraine- und Krimkrise, fragt man sich manchmal, warum ein offenkundig bereits in weiter Hinsicht gelöstes Wolfsproblem von einigen politischen „Koryphäen“ immer wieder „aufgewärmt“ wird.

Und dabei soll auch noch mit dem Abschuss von Tieren (manche nennen es Regulierung oder auch Kontrolle) in Vorwahlzeiten politisch gepunktet werden, obwohl die Notwendigkeit dazu äußerst fragwürdig ist, wie der Minister gestern richtig feststellte.

Natürlich ist es als Oppositionspartei legitim zu versuchen, mit „Nebelkerzen“ unentwegt den Eindruck zu erwecken, dass man zurzeit anderswo politisch offenbar wenig „punkten“ kann. Vor etwa 4 Jahren funktionierte das beim Bundestagswahlkampf sogar in ähnlicher Weise mit der PKW-Maut.

Aber ob so eine Strategie dauerhaft trägt?

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


Quelle: Hamburger Abendblatt, www.abendblatt.de, „Wenzel will keine Obergrenze für Wölfe“ vom 20.3.2017, hier der Link!

 

 

 

 

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