Wie viel Platz gibt es in Niedersachsen für Wölfe?

Wie seit dem 14. Juli auf dem neuen Wolfsportal des Niedersächsischen Umweltministeriums zu lesen ist, wird dort eine Studie vorbereitet, die aufzeigen soll, wie viel „Platz“ es für Wölfe in Niedersachsen gibt (hier der Link). Der Grund dafür liegt auf der Hand: Immer häufiger wurde das für das Wolfsmanagement in dem Bundesland zuständige Ministerium zuletzt vor dem Hintergrund vermeintlich „verhaltensauffälliger Wölfe“ befragt, wie viel Wölfe es in Niedersachsen geben soll, beziehungsweise kann.

Eine Untersuchung soll nun Auskunft darüber geben.

Kommentar:

Wie  auch immer das Ergebnis dieser Untersuchung aussehen mag, man darf die nun angekündigte Auftragsstudie als ein Zeichen mangelnden politischen Selbstbewusstseins begreifen. Denn hätte man sich im Vorfeld etwas intensiver mit der Materie befasst, wäre vermutlich auch das Ministerium schnell zu dem Ergebnis gekommen, dass niemand seriös voraussagen kann, wie sich die Wolfspopulation in Niedersachsen entwickelt und welche Lebensräume künftig von den Wölfen genutzt werden. Wissenschaftliche Habitatmodelle haben bereits in der Vergangenheit für einige Verwirrung gesorgt. Sie ergaben, dass in Deutschland Platz für 441 und im viel kleineren Österreich Raum für immerhin 400 Wolfsrudel vorhanden ist.

Nun steht das niedersächsische Umweltministerium seit kurzem wegen der Gründung des neuen Wolfsbüros auch noch beim Bund der Steuerzahler in der Kritik. Wäre es vor diesem Hintergrund nicht ratsam, eine entsprechende Habitatanalyse eher durch eine Masterarbeit von einer renommierten Hochschule „abarbeiten“ zu lassen? Das würde den Nachwuchs fördern und Kosten sparen, die im Herdenschutz wohl besser aufgehoben wären.


Letztlich wird es trotzdem interessant sein, wie das Ergebnis der Prognose ausfallen wird. Ein Schelm, wer dabei an die Worte von Niels Bohr denkt: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen!“


Herzlichst
Ihr
Jürgen Vogler

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