Für die Wölfe in Deutschland besteht auf absehbare Zeit offenbar wenig Gefahr!

Noch vor wenigen Tagen konnte es sowohl dem Politiker Detlef Radke als auch dem Magdeburger Jagdfunktionär Gerd Petzoldt offensichtlich gar nicht schnell genug gehen. Beide wollten den Wolf schnellstmöglich ins Jagdrecht von Sachsen-Anhalt überführen. (Wolfsmonitor berichtete, hier!)

Und auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte am vergangenen Donnerstag erklärt, direkt bei der EU auf die Lockerung des Schutzstatus für den Wolf drängen zu wollen.

Doch nun meldet die „Volksstimme“, dass man dem Wolf im „Land der Frühaufsteher“ wohl doch nicht unmittelbar an den Pelz will. Zuerst soll der Bund prüfen, wie es um den Status des Wolfs in Deutschland bestellt ist. (*1)

Einem entsprechenden Antrag von Landes-Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne), so heißt es, stimmten am vergangenen Freitag bei der Agrarministerkonferenz der Länder in Hannover die Amtskollegen zu.

Und nur für den Fall, dass der Bund tatsächlich zu dem Ergebnis kommt, dass der Schutzstatus des Wolfes gelockert werden kann, wollen Sachsen-Anhalt und weitere Länder den Bund um einen entsprechenden Antrag bei der Europäischen Kommission bitten.

Dementsprechend dürfte für die Wölfe in Deutschland auf absehbare Zeit wenig Gefahr bestehen.

Noch im November 2015 veröffentlichte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit einen „Bericht zur Lebensweise, zum Status und zum Management des Wolfes (Canis lupus) in Deutschland“, in dem das Beurteilungsverfahren und die offizielle Betrachtungsweise des Bundes nachzulesen ist. (*2 – hier der Link!)

Und es wäre mehr als erstaunlich, wenn man dort heute, also etwa anderthalb Jahre später, die Situation anders beurteilen würde.

Interessanterweise ist in dem Bericht auf der Seite 16 sogar zu lesen, dass der von einigen herbeigesehnte „günstige Erhaltungszustand“ erst dann festgestellt werden kann, wenn auch ein „effizientes und robustes Monitoring etabliert“ worden ist.

Das ist übrigens der einzige unter den dort aufgeführten acht „Operationalisierungspunkten“, der direkt und vergleichsweise kurzfristig von Menschenhand (und insbesondere Politikern) beeinflussbar ist.

Anstatt also politisch gegen die Wölfe zu wettern, sind offenbar in einigen Bundesländern erst einmal „Hausaufgaben“ angesagt… .

Was für viele außerdem spannend sein dürfte, ist die Frage, ob der Bund sein „Prüfergebnis“ noch vor den Bundestagswahlen verkündet oder erst später.

Selbst wenn das Ergebnis eigentlich bereits feststehen dürfte, auch wir sind „gespannt“….


Quellen:

(*1) Volksstimme, www.volksstimme.de am 1.4.2017: „Bund soll Status des Wolfs prüfen“, abgerufen am 2.4.2017, hier der Link!

(*2) Deutscher Bundestag, Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Ausschussdrucksache 18(16)313 vom 28.10.2015: „Bericht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zur Lebensweise, zum Status und zum Management des Wolfes (Canis lupus)in Deutschland“,, abgerufen am 2.4.2017, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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