Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern: 60 Nutztierübergriffe in 10 Jahren

Mecklenburg-Vorpommern ist 2.317.400 Hektar groß. In den letzten 10 Jahren gab es dort laut Ostsee-Zeitung insgesamt 60 Wolfsübergriffe auf Nutztiere, also durchschnittlich sechs im Jahr. Oder anders, statistisch gesehen alle zwei Monate einen Übergriff.

Legt man die im Artikel genannte Zahl von Schäfermeister Ingo Stoll zugrunde, der angibt, dass die wolfssichere Zäunung eines 30 Hektar großen Areals 50.000 Euro kosten würden, so dürften insgesamt von den  2.317.400 Hektar Mecklenburg-Vorpommerns bei einer 80 % igen Förderquote erst etwa 180 Hektar wolfssicher eingezäunt worden sein.

Denn bisher, so ist zu lesen, wurden für wolfssichere Schutzzäune in dem Bundesland insgesamt (erst) 251.000 Euro Fördergelder ausbezahlt.

Irgendeine Zahl in diesem Rechenbeispiel scheint falsch zu sein, so merkwürdig klingt das Ergebnis.

Die eigentliche Botschaft ist jedoch eine andere: Die Mehrzahl der Opfer der 60 Wolfsübergriffe in Mecklenburg-Vorpommern scheint nicht wolfssicher eingezäunt gewesen zu sein.

Und wenn in der Medienberichterstattung auch künftig einfach nur Risszahlen präsentiert werden, ohne dass zwischen geschützten und ungeschützten Nutztieren differenziert wird, dann ist der nutzbringende Informationsgehalt solcher Meldungen gleich null. Punkt.

Den Bericht der Ostsee-Zeitung, auf den sich der Beitrag bezieht, finden Sie hier!


Quelle: Ostsee-Zeitung, www.ostsee-zeitung.de, Artikel vom 10.4.2017: „Schafhalter sauer: 60 Übergriffe von Wölfen in zehn Jahren“, abgerufen am 11.4.2017

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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