Zunehmend Hinterzimmerpolitik bei unliebsamen Wolfsmanagement-Entscheidungen?

Wir erinnern uns: Im Januar erteilte das Land Sachsen die Genehmigung, den bei Rietschen im Kreis Görlitz vagabundierenden Wolf mit dem Spitznamen „Pumpak“ (polnisch für „der Fette“) abzuschießen (hier!). In der April-Ausgabe der Jagdzeitschrift „unsere Jagd“ sind nun einige Hintergrundinformationen über den damals vorgesehenen „Entnahmeprozess“ zu lesen, so zum Beispiel:

„…Nach Informationen aus Jägerkreisen trommelte die Untere Jagdbehörde Görlitz Mitte Januar 2017 alle Revierinhaber, in deren Jagdbezirken “Pumpak“ am häufigsten gesichtet wurde, zu einer Geheimsitzung zusammen. Es ging darum, die Pächter für die Abschuss-Aktion zu gewinnen. Der Plan der Behörde sah vor, die Eliminierung des Wolfes möglichst geräuschlos ablaufen zu lassen. Die Instruktion lautete: Wer den Wolf schießt, solle ihn an Ort und Stelle liegen lassen und umgehend die untere Jagdbehörde benachrichtigen. Diese kümmere sich dann um alles Weitere einschließlich dem Abtransport. Die Jäger wurden zu der heiklen Angelegenheit zum Stillschweigen verdonnert…“.

Der Beitrag schließt mit den Worten:

…„Egal wie, am Ende, so hat es den Anschein, sind alle über das spurlose Verschwinden von „Pumpak“ erleichtert. Der Konflikt um das dreiste Raubtier hat sich in Luft aufgelöst. (Quelle: „unsere Jagd“ 4/2017 vom 29.3.2017)

Überrascht wurden viele, die das Wolfsgeschehen unablässig beobachten, darüber hinaus am 8. April, als es auf einmal in Niedersachsen hieß, das zuständige Umweltministerium erwäge den Abschuss eines weiteren Wolfes bei Schneverdingen (hier!).

Obwohl letztlich nur wenige Themen eine so große und andauernde öffentliche Aufmerksamkeit genießen, wie die Rückkehr der freilebenden Wölfe, scheint es eine zunehmende Tendenz der verantwortlichen Stellen dahingehend zu geben, maßgebliche Management-Entscheidungen wie beispielsweise Wolfsentnahmen in „Hinterzimmern“ vorzubereiten und auszuhandeln. Also jenseits der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle, weil abseits medialer Präsenz. Diesen Anschein erwecken die beiden genannten Beispiele zumindest.

Wie, liebe Wolfsmonitor-Leserinnen und Leser, bewerten Sie diese Entwicklung? Halten Sie eine derartige „Heimlichtuerei“ in einer „offenen Gesellschaft“ für angemessen?

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