LJV Brandenburg: „Klare Kante“ gegen Wölfe

Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg, präsentierte nun in Vorbereitung auf die Fortschreibung des Wolfsmanagementplans (WMP) in der Mark die Forderungen der Jäger. Gesprochen wird von „klarer Kante“. Der Verband glaubt, mit seinen Vorschlägen Vorschub leisten zu können, damit Konflikte zwischen Mensch und Wölfen möglicherweise gar nicht erst entstehen.

Gefordert werden seitens des Verbandes allerhand jagdliche Maßnahmen sowie die Festlegung eines „Akzeptanzkorridors“ im Sinne von Bestandsobergrenzen. Außerdem gehört die Herabstufung des Schutzstatus der Wölfe von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie zu den Forderungen.

Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW), die sich bereits seit über zwei Jahrzehnten auch wissenschaftlich mit dem Schutz und dem Verhalten von Wölfen in Europa beschäftigt, bezweifelt allerdings die Notwendigkeit einer Bejagung von Wölfen.

In einer vor wenigen Monaten erschienen Broschüre des Vereins heißt es:

„Eine Bejagung der Wölfe ist also weder nötig, um ihre „natürliche Scheu“ vor Menschen zu erhalten, noch um extrem seltene Angriffe von Wölfen auf Menschen zu verhindern. Wolfsangriffe im 20. und 21. Jahrhundert haben sich häufig in Gebieten ereignet, in denen die Wölfe bejagt wurden. Außerdem verringert das Erlegen einiger Wölfe in einem Gebiet nicht die Häufigkeit von Übergriffen auf Nutztiere, sondern allein die Anwendung effektiver Herdenschutzmaßnahmen.“ (S.19)

Zur Frage, ob Jäger – wie diese in Brandenburg nun fordern – regulierend in die Wolfsbestände eingreifen müssen, heißt es weiter :

„Einige Jagdverbände fordern schon die „Regulierung“ der Wölfe, also den Abschuss eines Teils des sich gerade erst aufbauenden Wolfsbestandes um die Bestände von Rehen Hirschen und Wildschweinen zu schonen. Sie fordern dies entweder in Unkenntnis oder in absichtlicher Negierung des ökologischen Grundmodells der Nahrungspyramide, nach dem die Anzahl der Fleischfresser im Wesentlichen vom Angebot an Beutetieren bestimmt wird und nicht von einem „Über-Raubtier“ wie dem Menschen.

Paradoxerweise soll das Wild gerade in einer Zeit vor „zu vielen“ Wölfen geschützt werden, in der die Jäger landauf-landab für überhöhte Wildbestände und damit einhergehende Schäden in Land – und Forstwirtschaft in der Kritik stehen.

Viele Jäger handeln also in erster Linie als Naturnutzer, die Pflanzenfresser „hegen“ und Fleischfresser „regulieren“, um eine möglichst große jagdliche „Ernte“ einzufahren. Das ist aber mit dem Anspruch der Jagdverbände unvereinbar, die Natur als Ganzes zu schützen und deshalb vom Staat als Naturschutzverband anerkannt zu werden.“ (S.21)

Die Pressemeldung „Klare Kante beim Thema Wolf“ des LJVB finden Sie hier!


Quellen:

(*1) Landesjagdverband Brandenburg, www.ljv-brandenburg.de, Beitrag „Klare Kante“ beim Thema Wolf“ vom 25. April 2017, abgerufen am 25.4.2017

(*2) Gesellschaft zum Schutz der Wölfe, www.gzsdw.de, Broschüre „Wolfs-Wissen Kompakt, S.19 und 21, abgerufen am 25.4.2017, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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