Am 30. April ist der „Tag des Wolfes“ – Diesjähriges Motto: Erfolgsmodell Herdenschutzhund

Der 30. April jeden Jahres ist der „Tag des Wolfes“. Hierzu meldet der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in diesem Jahr (im Wortlaut):

„NABU: Herdenschutz schützt auch Wölfe“

Miller: Anstrengungen für einen flächendeckenden Herdenschutz in Wolfsgebieten müssen intensiviert werden


Zum diesjährigen „Tag des Wolfes“ (30.4.) appelliert der NABU an Bund und Länder sowie Nutztierhalter, Herdenschutzmaßnahmen intensiv voranzutreiben. Auch 15 Jahre nach der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland sind selbst in Bundesländern, in denen Wölfe bereits seit vielen Jahren leben, noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um  Schafe und andere Nutztiere vor möglichen Übergriffen zu schützen. Ungeschützte Nutztiere können für Wölfe der Auslöser sein, häufiger auf Weiden nach Beute zu suchen.

„Die Pflicht zum Schutz von Nutztieren vor Schäden liegt bei den Eigentümern. Diese Aufgabe wird von sehr vielen Nutztierhaltern äußerst ernst genommen. Wichtigstes Ziel muss es jedoch sein, dass Herdenschutz in Wolfsregionen auch flächendeckend umgesetzt wird“,  sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.  In  den Teilen Deutschlands, wo Wölfe erst seit kurzem heimisch seien, müssten Nutztierhalter aktiv unterstützt werden, um das Zusammenleben von Mensch und Wolf in einer besiedelten Landschaft möglichst konfliktfrei zu regeln.

Ein Erfolgsmodell dafür ist der Herdenschutzhund. Der NABU stellt diese Arbeitshunde daher in den Mittelpunkt des diesjährigen „Tag des Wolfes“. Herdenschutzhunde, offiziell als „Hirtenhund im Herdenschutzeinsatz“ bezeichnet,  werden weltweit seit Jahrtausenden erfolgreich eingesetzt – nicht nur zum Schutz von Schafen, sondern auch bei Rindern, Pferden oder Gatterwild. Die Methode ist uralt und hat sich rund um den Globus bewährt: Über 50 verschiedene Rassen existieren. Einige davon schützen auch in Deutschland die ihnen anvertraute Herde gegen Übergriffe.

„Herdenschutzhunde wachsen schon als Welpe in ‚ihrer‘ Herde auf. Sie binden sich sowohl an das Territorium als auch an die Herdentiere. Bei Gefahr demonstrieren sie Stärke und Dominanz und schlagen Alarm. Wölfe riskieren in den seltensten Fällen einen Kampf mit den mindestens ebenbürtigen Hunden und ziehen weiter.

Diese Erfahrungen werden von Nutztierhaltern, die Herdenschutzhunde einsetzen, immer wieder bestätigt“, sagt NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Die Zahl der durch Herdenschutzhunde bewachten Herden in Deutschland nimmt stetig zu – was wiederum den Wölfen nützt. „Weniger Konflikte führen zu mehr Akzeptanz –  richtiger Herdenschutz nutzt also auch den Wölfen. Übrigens: Herdenschutzhunde stellen keine Gefahr für Touristen und Haushunde dar, sofern diese außerhalb des Zaunes bleiben oder sich auf Almweiden ruhig und besonnen verhalten“, so Bathen weiter.

Damit Herdenschutz in Wolfsgebieten flächendeckend angewendet und Herdenschutzhunde eingesetzt werden können, müssen für Nutztierhalter Anreize geschaffen und politische Rahmenbedingungen zügig angepasst werden. So sind zum Beispiel die Bestimmungen der Bundes-Hundehaltungsverordnung noch nicht auf den Einsatz von Herdenschutzhunden ausgerichtet.

Auch ist die Vermeidung von Nutztierrissen immer noch kein Bestandteil der Ausbildung von Nutztierhaltern. Pauschale Beschränkungen der finanziellen Höhe staatlicher Unterstützung, beispielsweise bei der so genannten De minimis Beihilfe der EU, bewertet der NABU als absolut unzureichend und fordert eine entsprechende Nachbesserung.

Übersicht zu NABU-Aktivitäten zum Herdenschutz:

–       Im dritten Jahr in Folge qualifiziert der NABU ehrenamtliche NABU-Wolfsbotschafter speziell in Herdenschutzschulungen. Der NABU Hessen hat ein einsatzfähiges Herdenschutzteam zur Unterstützung von betroffenen Tierhaltern ins Leben gerufen

–       Der NABU Niedersachsen startete jüngst das Projekt „Herdenschutz Niedersachsen“ zur Unterstützung von Weidetierhaltern bei der Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen (www.herdenschutz-niedersachsen.de)

–       Der NABU-Bundesverband und Landesverband Niedersachsen sind Mitgründer des Arbeitskreises Pferd und Wolf (www.pferdundwolf.de) und arbeiten gemeinsam mit u.a. Pferdehalterverbänden an Lösungen zur Koexistenz von Pferd und Wolf

–       Unter dem Motto „Herdenschutz in der Praxis“ kooperieren in Baden-Württemberg seit Herbst 2015 Landesschafzuchtverband und NABU beim Thema Herdenschutz (www.NABU-BW.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/Herdenschutz)

Mehr Infos unter www.NABU.de/wolf

Kostenfreie Pressefotos und Grafiken unter www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#wolf

Tipp:
Zum Tag des Wolfes startet am 28.4. ein Herdenschutzhund-Quiz auf
www.NABU.de/wolf

Für Rückfragen:

Markus Bathen, NABU-Wolfsexperte, mobil: +49 (0) 172 645 35 37,
E-Mail: Markus.Bathen@NABU.de


Quelle: NABU-Pressemitteilung Nr. 47/17, vom 26. APRIL 2017 zum Tag des Wolfes am 30. April

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

(Anmerkung: Für die Richtigkeit der Angaben und Inhalte der verlinkten Webseiten wird keinerlei Gewähr übernommen)

 

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