Schweiz: Wolf „M75“ zum Abschuss freigegeben

Weil in den vergangenen Monaten der Wolf mit dem wissenschaftlichen Namenskürzel „M75“ in der Schweiz über 50 Schafe in fünf Kantonen gerissen hat, gab nach Graubünden und Tessin nun auch der Kanton St. Gallen den Beutegreifer zum Abschuss frei.

DNA- Analysen belegten, dass für die Risse immer derselbe Wolfsrüde verantwortlich war. Ansonsten weiß man offensichtlich wenig über ihn. Denn offenkundig handelt es sich bei ihm um einen „unruhigen Wandergesellen“.

Der WWF verzichtete nach einer Prüfung auf eine Beschwerde gegen die Abschussverfügung, weil es aus Sicht des Naturschutzverbandes dazu keine angemessene Alternative gebe.

Und auch die „Gruppe Wolf Schweiz“ (GWS) lehnte die Entscheidung nicht ab und begründete das mit dem Verhalten des Wolfes, das tatsächlich unerwünscht sei und absolut nicht dem üblichen Wolfsverhalten entspreche.

Allerdings findet der Umstand, dass der Kanton St. Gallen den Wolf zum Abschuss freigab, obwohl er dort noch nie nachgewiesen wurde, das besondere Missfallen des Vereins.

Der Fall M75 zeige, so die GWS weiter, überdies folgendes:

  • Abschussbewilligungen seien ein weitgehend untaugliches Instrument, um Konflikte mit Wölfen zu lösen,
  • elektrifizierte Netze reichten zwar oft, aber längst nicht immer als Herdenschutzmaßnahme aus,
  • Herden, die durch Herdenschutzhunde geschützt waren, wurden nie von M75 angegriffen
  • und gerade dieser Fall zeige verschiedene Lücken im Wolfskonzept auf, beispielsweise dass dieses offenkundig zulasse, Abschussbewilligungen aufgrund von Vermutungen und Interpretationen zu erteilen, anstelle von Fakten. Deshalb bestehe eine Gefahr des Missbrauches durch die Kantone.

Die vollständige Begründung der „Gruppe Wolf Schweiz“ (GWS) finden Sie unter Nutzung des folgenden Links!


Quelle: Gruppe Wolf Schweiz, www.gruppe-wolf.ch, News vom 01.05.2017: „Einschätzung der Abschussbewilligungen für den Wolf M75“ abgerufen am 2.5.2017

 

 

 

 

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