Jagdverband in Baden-Württemberg warnt vor Fake-News einer „einschlägigen Gruppe“

Offenbar gibt es in Baden-Württemberg eine „einschlägige Gruppe um die bekannte Silke E.“, die Fake-News und fragwürdige Handlungsempfehlungen im Internet streut. Der Ökologische Jagdverband (ÖJV) Baden- Württemberg sieht sich deshalb zu einer Klarstellung veranlasst. Die Meldung des Jagdverbandes im Wortlaut:

„Stellungnahme des wildbiologischen Referenten des ÖJV BaWü zu den verstärkt im Netz gestreuten Fakenews und Handlungsempfehlungen einer einschlägigen Gruppe um die bekannte Silke E.:

In letzter Zeit kursieren bei Facebook und per Mail angebliche Informationen, in denen behauptet wird, in Baden-Württemberg seien an verschiedenen Orten Wölfe nachgewiesen worden, ohne dass diese im offiziellen Monitoring erfasst seien.

Ebenfalls werden Ansprechpartner für das Monitoring genannt, die keine Legitimation und keine Qualifikation für diese Aufgabe besitzen und es werden im Falle von gefundenen Rissen Handlungsempfehlungen gegeben, die bei Befolgen wichtige Zeit vergeuden und vor allem einen evtl. Nachweis und damit eine Entschädigung für Nutztierrisse unmöglich machen können.

Der Ökologische Jagdverein Baden- Württemberg als Verband der Arbeitsgruppe Luchs und Wolf Baden-Württemberg möchte daher wie folgt Stellung beziehen:


  1. Mit der Durchführung des Wolfs- und Luchsmonitoring ist die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) beauftragt. Diese arbeitet eng mit den Wildtierbeauftragten der Landkreise und den Verbänden der AG Luchs und Wolf zusammen. Die Vorgehensweise des Monitorings orientiert sich an den bundesweit einheitlich festgelegten Qualitätsstandards. Über diese Standards wird ein transparentes Monitoring garantiert, welches stets auf dem aktuellen Stand der Forschung ist. Die Verbände der AG Luchs und Wolf Baden-Württemberg werden regelmäßig und transparent über die Ergebnisse informiert. In der AG sind Verbände aus Jagd und Landwirtschaft vertreten.


  2. Werden Risse oder andere Spuren mit Verdacht auf Wolf oder Luchs gefunden, so können diese nur anerkannt werden, wenn sie durch die Experten der FVA bzw. durch die Wildtierbeauftragten möglichst schnell überprüft werden. Unter der Nummer 0761 / 4018-274 können Hinweise sieben Tage die Woche gemeldet werden. Eine Ansage auf Band gibt dabei stets eine erreichbare Mobil-Nummer an. Die Überprüfung durch die FVA ist auch Voraussetzung für eine Ausgleichszahlung bei Nutztieren, wenn diese von Wölfen oder Luchsen erbeutet wurden. Ergebnisse anderer Institutionen oder Personen können nicht anerkannt werden.

  3. Der letzte sichere Wolfsnachweis in Baden-Württemberg stammt vom Mai 2016, als anhand von Film- und Bildmaterial ein Wolf auf der Baar nachgewiesen werden konnte. Die seither im Monitoring eingegangen und überprüften Wolfsmeldungen haben keinen neuen Wolfsnachweis erbracht. Es liegt auch keine Häufung von Hinweisen in einer Region vor, die einen Wolfsverdacht erhärten. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass dennoch ein oder mehrere Wölfe seither in Baden-Württemberg leben oder durchgezogen sind.

  4. Einzelne Luchse werden regelmäßig in Baden-Württemberg nachgewiesen. Hält sich ein Luchs über längere Zeit in einer Region auf, werden Jäger und Tierhalter über die Verbände informiert.


  5. Bei Interesse an fachkundigen Informationen über die Biologie von Wölfen und Luchsen sowie das Monitoring der Arten steht die FVA als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung: info@wildtiermonitoring.de


Quelle: Facebook-Seite des ÖJV Baden- Württemberg e.V., Eintrag vom 3.Mai 2017, „Stellungnahme des wildbiologischen Referenten des ÖJV BaWü“, abgerufen am 3.5.2017,  hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

(Anmerkung: Für die Richtigkeit der Angaben und Inhalte der verlinkten Webseiten wird keinerlei Gewähr übernommen)

 

 

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