Schürt das „Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement“ unnötig Ängste?

Sie dienten in jüngster Zeit nicht selten als Kulisse bei den sogenannten „Mahnfeuern“. Großrahmige Wolfsplakate, auf denen neben einem Wolf ein kleines Herz zu sehen ist, das wohl andeuten soll, dass der Besitzer dieses Plakats Weidetiere liebt. Die Mimik des Wolfes auf dem Motiv lässt erwartungsgemäß nicht gerade auf ein Kuscheltier schließen…

Das alles ist zu finden beim „Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement“. Sogar mit einer Anleitung zum Nachdruck des Plakats als Plane in der Größe 2 x 2m für 77,84 EUR mit Overnight-Zustellung (hier ein Link!). – (*1)

Der Forderungskatalog auf der Webseite gleicht allerdings einem allgemeinen „Wunschkonzert“. Für Interessensverbände also nichts Unübliches.

Bedenklich darf man sicherlich finden, dass die bereits etablierte Bezeichnung „Wolfsmanagement“ geradezu „entwertet“ wird, indem man ein „echtes Wolfsmanagement (incl. Bestandsregulierung)“ fordert.

Hält man also das offizielle Wolfsmanagement, welches üblicherweise in der Verantwortung der Bundesländer liegt, in seiner heutigen Form demnach für etwas „Unechtes“ und somit Falsches? Offensichtlich!

Ferner heikel: Das Aktionsbündnis glaubt offenbar, Verunsicherung mit der Begründung schüren zu können, dass ein „aktives Wolfsmanagement“ (mit Bestandsregulierung) auch „für die Abwehr von Gefahren für Leib und Leben von Menschen erforderlich ist“.

Damit wären nur einige spektakuläre Punkte angerissen, die exemplarisch aufzeigen, vor welchen Karren man die ländliche Bevölkerung anscheinend spannen will.

Doch die scheint nicht so richtig mitmachen zu wollen. Offenbar aus gutem Grund. Denn obwohl einige „Mahnfeuer“ nahezu Volksfestcharakter entfalteten und sich das halbe Dorf dort traf, blieben die Teilnehmerzahlen in den meisten Fällen überschaubar und die Argumente dünn.

Er müsse seine Pferde auf der Weide halten können, er könne sie nicht in die Box stellen. Auch das sei ein Teil artgerechter Tierhaltung, äußerte beispielsweise Jochen Studtmann gegenüber der lz-online. (*2)

Er ahnt dabei offenbar nicht, dass seine Pferde vermutlich kaum jemals etwas von den Wölfen zu befürchten haben, wenn er nur einige Hinweise befolgt.

Ob Jochen Studtmann diese Hinweise allerdings von den 8 Verbänden erhält, die sich zum „Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement“ zusammengeschlossen haben?

Oder ob er sich vielleicht doch besser dort informiert, wo man sich erwiesenermaßen mit Wölfen und wirksamen Herdenschutzmaßnahmen auskennt…


Quellen:

(*1) Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement, aktives-wolfsmanagement.de, abgerufen am 17.5.2017, hier der Link!

(*2) Landeszeitung, www.lz-online.de, Ingo Petersen am 16.5.2017: „Mahnfeuer gegen den Wolf“ abgerufen am 17.5.2017, hier der Link!

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