Ruhen und schweigen!

„Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen“, heißt es im Volksmund. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn der Spruch ist unvollständig und hat demnach weitere Zeilen. Außerdem stammt er von keinem anderen als Johann Wolfgang von Goethe. Doch was hat Goethes Weisheit mit Wölfen zu tun?

Nun ja, die Junge Union Sachsen-Anhalts, konkreter deren Vorsitzende Julia Scheffler, erklärte nun öffentlich, was bereits andere Konservative vor ihr der Allgemeinheit glaubhaft zu verkünden versuchten: Der Wolf gehöre ins Jagdrecht.

Wer also hoffte, wenigstens der politische Nachwuchs der Konservativen würde seine Ansprüche fachlich fundierter und damit weniger oberflächlich anmelden als die Alten, dürfte sich nun abermals endlos enttäuscht zeigen. Aber konnte man das tatsächlich erwarten?

Und ist es nicht eigentlich sogar egal, was die Vertreter der JU, CDU und CSU so alles öffentlich kundtun?

Kann nächste Woche – wie wir seit dem Atomausstieg, der Wehrpflicht, der Eurorettung sowie der dazugehörigen europäischen Haftungsunion, der PKW-Maut, der Mindestlohnwende und nun auch noch der „Ehe für alle“ wissen -, bei den Konservativen nicht schon alles wieder ganz anders aussehen?


„Sonst, wie die Alten sungen,

So zwitscherten die Jungen;

Jetzt, wie die Jungen singen,

Soll’s bei den Alten klingen.

Bei solchem Lied und Reigen

Das Beste – ruhn und schweigen.“

Johann Wolfgang von Goethe

(1749 – 1832)


Quelle: Halle-Spektrum, www.hallespektrum.de, Artikel vom 2.7.2017: „Der Wolf gehört ins Jagdrecht“, abgerufen am 2.7.2017, hier der Link!

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