NABU und Landesjagdverband in NRW: Keine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht!

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) hatten vorgestern ein umstrittenes Gutachten von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Experte für marine wirbellose Tiere) zum Wolf in Deutschland vorgestellt (WM berichtete, hier!).

Doch sowohl Nordrhein-Westfalens Naturschutzbund (NABU) als auch der Landesjagdverband (LJV) distanzierten sich umgehend von den Inhalten dieses „Gutachtens“ und erteilten dem darin geäußerten Vorschlag, Wölfe ins Jagdrecht aufzunehmen, eine deutliche Absage.

NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg äußerte auf der Webseite seines Verbandes hierzu:

„Mit Blick auf die gesellschaftliche Diskussion und die Sicherheit unserer eigenen Mitglieder ist es ausdrücklich keine Forderung des Landesjagdverbandes, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen.“

Probleme mit Wölfen seien ordnungsrechtliche Probleme und müssten auch ordnungsrechtlich behandelt werden. (*1)

Der NABU forderte von dem für die Jagd und die Nutztierhaltung zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, sich klar zum Schutz des Wolfes zu bekennen. Der hatte kürzlich seine Idee einer „beschränkten Abschussfreigabe“ öffentlich wiederholt.

Eine Herabstufung des Schutzstatus‘ sowie eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht wurde darüber hinaus ausdrücklich vom NABU abgelehnt. In Abschüssen sehe man keine Lösung.

NABU-Wolfsexperte Thomas Pusch dazu:

„Bei Übergriffen stellen wir fest, dass es häufig zu Fehlern beim Schutz der Herden kam. Es wäre falsch, Nutztierhaltern vorzugaukeln, mit dem Abschuss eines Wolfes sei ihnen geholfen. Die Tötung eines Wolfes ist ein völlig ungeeignetes Mittel zum Schutz von Nutztieren.“

Stattdessen sei es wichtig, die Tierhalter stärker zu unterstützen und diese Maßnahmen ausreichend zu finanzieren. (*2)


Quellen:

(*1) Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen, www.ljv-nrw.de, 8.8.2017: „Wolf nicht ins Jagdrecht überführen!“ abgerufen am 9.8.2017, hier der Link!

(*2) NABU, www.nrw.nabu.de, 8.8.2017: „ NABU zur Forderung von Jägern und Landwirten nach „beschränkter Abschussfreigabe“ für Wölfe – Tumbrinck: Unnötige Debatte – für Wölfe kann es derzeit keine Abschussquote geben, abgerufen am 9.8.2017, hier der Link!

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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