Kalbsriss in Diepholz: Wolf wird verdächtigt

Landwirt Werner Strangmeyer findet am vergangenen Sonntag in der Nähe der Dustmühle Nord (Stadt Diepholz) ein Kalb, das am Vortag geboren wurde, „aufgerissen“ auf dem Boden seiner Weide. (*1)

 

Ich erlaube mir einmal spontan zwei Anmerkungen zu diesem Artikel der MK-Kreiszeitung und zwar unabhängig davon, ob sich beim oben genannten Vorfall am Ende tatsächlich ein Wolf als Verursacher herausstellt:

Immer häufiger, so scheint es, sind es nicht die vom niedersächsischen Umweltministerium zur Zurückhaltung angehaltenen Wolfsberater, sondern die vermeintlich betroffenen Nutztierhalter selbst, die vor Ort sehr auskunftsfreudig die örtlichen Pressevertreter mit ihren Spekulationen über die vermeintlichen Täter (oft Wölfe) versorgen.

Meiner Ansicht nach sollte es zum Anstand eines jeden Wolfsberaters gehören, die betroffenen Nutztierhalter im Vorfeld auf das nicht immer positive Medienecho hinzuweisen, das allein mit einem öffentlich geäußerten Verdacht ausgelöst werden kann. (*2)

Warum also warten die Betroffenen – so müsste eigentlich der Vorschlag der Wolfsberater vor Ort lauten – nicht einfach mit ihren öffentlichen Verlautbarungen, bis ein entsprechendes amtliches Ergebnis (z.B. DNA-Nachweis) zuverlässig den Verursacher benannt hat?

Denn die Information, dass in der Region Diepholz Wölfe leben, ist ja nicht neu.

Der Landwirt setzt im obigen Fall außerdem noch die grundsätzlich falsche Behauptung, für Kälberrisse gäbe es keine Entschädigung, in die Welt und wird dabei von niemandem korrigiert, sprich „geschützt“.

Vorläufig gibt es deshalb augenscheinlich nur „Verlierer“ in dieser Sache. Den Wolf, der – obwohl noch kein entgültiger Beweis vorliegt – vorverurteilt wird, was sich weiter negativ auf dessen Image auswirken dürfte; der Landwirt, der nun dasteht wie einer, der sich nicht auskennt; der Wolfsberater, der vielleicht etwas versäumt hat und schließlich sogar – glaube ich – die MK-Kreiszeitung, die sich in diesem Fall auch nicht gerade mit Ruhm „bekleckert“.

Irgendwie blöd sowas….für alle!

Den vollständigen Beitrag der MK-Kreiszeitung können Sie hier aufrufen!

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler

Quelle: (*1) MK-Kreiszeitung, www.kreiszeitung.de, Beitrag (sr) vom 29.9.2016: „Kalb in der Nähhe der Dustmühle gerissen – Angriff auf der Kuhweide – Landwirt hat Wolf in Verdacht“, abgerufen am 30.9.2016, hier der Link!

Anmerkung: (*2) Bitte nicht mißverstehen, ich habe im konkreten Fall nicht recherchiert, ob Dr. Marcel Holy den Ratschlag nicht vielleicht sogar gegeben hat, finde einen solchen gut gemeinten Hinweis von Wolfsberatern an die betroffenen Nutztierhalter aber allgemein hilfreich.

 

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