Wenn ein Schäfer das Kind mit dem Bade ausschütten will…

Bei allem Respekt: Wenn ich mir den Artikel von Felix Hackenbruch über den Schäfer Marc Mennle in der PNN so durchlese, klingt vieles auf dem ersten Blick einleuchtend. Der leidgeprüfte Schäfer ist offensichtlich tatsächlich bedauernswert.

Für mich bleiben am Ende des Artikels dennoch vor allem zwei Erkenntnisse:

Ein Wolf, der die Entfernung von 200 Metern zu einem Menschen nicht unterschreitet, mag alles Mögliche sein, ein Problemwolf, der seine Scheu vor Menschen verloren hat ist er – anders als Mennle es darstellt – sicherlich NICHT!

Und zweitens werde ich – unabhängig davon, was die weiterführenden Untersuchungen des Landesumweltministeriums ergeben (Wolf oder nicht Wolf) – den Eindruck nicht los, dass Mennle durch eine zu großräumige Zäunung seinen Herdenschutzhunden die Chance zur erfolgreichen Wolfsabwehr mitunter selbst vereitelt haben könnte.

Jetzt aber trotzdem zur „Attacke zu blasen“ und den Abschuss des Wolfes zu fordern, ohne dass die Hunde tatsächlich auch nur einmal Gelegenheit hatten, den Eindringling zu stellen und erfolgreich zu “vergrämen”, hieße das Kind mit dem Bade auszuschütten…

Und das wäre widersinnig und dürfte jeder Wolfsverordnung zuwiderlaufen. Oder?


Den PNN-Artikel, um den es hier geht, können Sie hier aufrufen!


Just my two cents…

Jürgen Vogler


Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten (PNN): „Die Angst des Schäfers vor dem Wolf“ von Felix Hackenbruch am 13.8.2018