„Wölfe bejagen zu wollen ist maximaler Unsinn und stiftet maximalen Unfrieden!“

Der Ökologische Jagdverein Brandenburg reagiert auf die Forderung des Landesjagdverbandes Brandenburg, Wölfe ins Jagdrecht aufzunehmen, mit folgender Pressemeldung (im Wortlaut):

Der Wolf gehört nicht ins Jagdrecht!Der Ökologische Jagdverein weist die Forderung des Landesjagdverbandes Brandenburg entschieden zurück“

„Als bisher einziger Jagdverband fordert der Landesjagdverband Brandenburg nicht nur die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht, sondern auch die Festsetzung einer Jagdzeit und einer Abschussquote. Reguläre Bejagung sei die einzige Möglichkeit, den sich rapide vergrößernden Wolfsbestand zu „regulieren“. Ohne diese „Regulierung“ drohten die mit der wachsenden Wolfspopulation verbunden Probleme „unbeherrschbar“ zu werden.

In einer Anhörung des Landtagsausschusses für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Umwelt bekräftigte der Geschäftsführer des Verbandes, Matthias Schannwell, diese Forderung. Die Zulassung von „Schutzjagden auf einzelne, Schaden anrichtende Wölfe könne nur ein Zwischenschritt zur regulären Jagd sein.

Der Ökologische Jagdverein Brandenburg (ÖJV) weist diese Forderung entschieden zurück.

„Mit dieser Position verabschiedet sich der LJV aus der konstruktiven und konsensualen Fortentwicklung des Wolfsmanagements im Land“, erklärt der ÖJV-Landesvorsitzende Mathias Graf von Schwerin. Wissentlich werde vom LJV in der Öffentlichkeit der falsche Eindruck erweckt, eine Bejagung des Wolfes löse die Probleme des Herdenschutzes.

„Wenn mit Regulierung nicht doch die Wiederausrottung gemeint ist, erspart eine Jagdquote den Tierhaltern keinen Euro und keine Arbeitsstunde beim Herdenschutz. Der bleibt ein flächendeckendes Erfordernis, ob nun 50 oder 500 Wölfe im Land unterwegs sind“, so Graf Schwerin.

Der ÖJV Brandenburg betrachtet mit Sorge den politischen Schaden, den der LJV für den Naturschutz aber auch für die Akzeptanz der Jagd in der Öffentlichkeit anrichtet. Fachlich ist die Forderung einer regulären Bejagung maximaler Unsinn. Politisch stiftet sie maximalen Unfrieden. Sie ist ein Affront gegen alle Naturschützer und Naturnutzer, die daran arbeiten, ein konfliktarmes Nebeneinander von Wolf und Weidewirtschaft zu organisieren.

Den Weg dahin haben acht Verbände von den Berufsschäfern bis zum Tierschutzbund, unter ihnen auch der ÖJV, gerade in einem Eckpunktepapier beschrieben. In Brandenburg haben sich der Landesschafzuchtverband und der ÖJV in einer gemeinsamen Stellungnahme zur geplanten Wolfsverordnung ausdrücklich gegen reguläre Bejagung ausgesprochen.

Der Landesjagdverband spielt sich völlig zu Unrecht als Schutzmacht der Weidetierhalter auf. Ginge es ihm tatsächlich um die Schäfer und Mutterkuhhalter, müsste er sich ernsthaft mit der Biologie des Wolfes und den praktischen Fragen des Herdenschutzes befassen.

Tatsächlich will er endlich das Feuer eröffnen auf den ungeliebten Mitjäger Wolf. Damit fördert der Interessenverband der brandenburgischen Jäger die gesellschaftliche Ächtung der Jagd.

Jägerinnen und Jäger müssen sich fragen, ob sie ihrem Verband auf diesem Weg ins Abseits folgen wollen.“


Kontakt für Rückfragen:
ÖJV Brandenburg, www.oejv-brandenburg.de
Eckhard Fuhr, fuhr.e@t-online.de