Mit dem Blick in den Rückspiegel

Wenn eine „Bürgerinitiative für wolfsfreie Dörfer“ einlädt, um über Wölfe zu informieren, dann sollte man wohl kaum erwarten, dass es dabei um eine objektive Bewertung der Lage geht. Was dann jetzt auch eine Veranstaltung mit mehreren Referenten in Faßberg zeigte.

Dort schwadronierten dann auch altbekannte Wolfsgegner und Regulierungsbefürworter wie der Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolks, Jörn Ehlers („Nicht nur zählen und Risse begutachten“, sondern Wölfe entnehmen.“), der Geschäftsführer des Forum Natur Brandenburg, Gregor Beyer, mit dem obskuren Vorschlag für „Akzeptanzbestände“ („Da nimmt dann einer die Waffe und schießt ihn tot.“) sowie der „Wildtierbeauftragte“ des Jagdverbandes Sachsen, Friedrich Noltenius, der offenbar bis heute nicht verstanden hat, dass man nicht ganze Landschaften wegen des Wolfes einfrieden muss, sondern Herdenschutz auch intelligent handhaben kann.

Und wenn dann Referent Rüdiger Wnuck sogar noch von „irrationaler, anmaßender und abgehobener Bevormundung“ in Sachen Wolf spricht, dann trifft das vor allem die eigene Initiative, die – entgegen jeglicher Vernunft – offenbar im Zerschießen stabiler Wolfsfamilienstrukturen ihr Heil sucht. Allen Unkenrufen zum Trotze allerdings nicht finden dürfte…

Für den Zuhörer bestand also kein Entkommen aus dieser ganz besonderen „Filterblase“, die entsteht, wenn man fast ausschließlich in den Rückspiegel schaut, Aspekte ausblendet oder inkomparable Vergleiche zieht.

Dabei liegen die relevanten Handlungsoptionen in Deutschland nicht in irgendwelchen Abschussphantasien einiger Ewiggestriger, sondern allein im konsequent umgesetzten Herdenschutz sowie in dessen weitere Entwicklung.

Damit nämlich schützt man Nutztiere UND Wölfe, wie bereits öfter hier erwähnt. Zu diesem Ergebnis kommt man, nein, muss man kommen, wenn man tatsächlich alle relevanten Aspekte berücksichtigt.

Das behaupten übrigens auch zahlreiche Experten, die tatsächlich etwas von Wölfen verstehen und nicht nur partielle Interessen verfolgen!


Quelle: celleheute: „Die Nerven liegen blank“ – Infoveranstaltung von Bürgerinitiative für wolfsfreie Dörfer und Weidetierhaltern vom 17.3.2019, abgerufen am selben Tag, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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