Schafschutzpolizei

Scheinbar muss man heute ganz schön „auffahren“, wenn man als Journalist seine Leser davon überzeugen möchte, dass der Wolf ins Jagdrecht gehört. Frank Schauka lässt gleich vier angebliche Experten (darunter drei Jagdfunktionäre) in der Thüringer Allgemeinen zu Wort kommen, die dies offenbar lieber heute als morgen umgesetzt sehen würden.

Ihnen stellt Schauka einen einzigen anerkannten Wolfsfachmann entgegen, den in der Szene durchaus bekannten und geschätzten Silvester Tamas. Dem kommen die Argumente der Funktionäre – welch eine Überraschung – irgendwie fadenscheinig vor.

Doch spätestens, als Schauka am Ende des Artikels dem Bundesumweltamt unterstellt, es würde die Zahl der Wölfe absichtlich niedrig halten, damit die EU den Schutzstatus des Wolfes nicht lockert, lässt ihn das endgültig wie jemanden wirken, der den Wolf am liebsten selbst ins Jagdrecht befördern würde.

Außerdem verwunderlich ist, dass Schauka bei diesem brisanten Thema alle für die Diskussion elementaren Herdenschutzaspekte einfach ausblendet.

Setzen, sechs! …möchte man ihm zurufen.

Vielleicht kann man das alles aber auch ganz anderes einordnen:

Denn obwohl sich Frank Schauka erkennbar viel Mühe gegeben hat, seinen Lesern (sehr einseitig) darzulegen, warum der Wolf ins Jagdrecht gehören könnte, schafft es ein einzelner Experte, dieses Ansinnen mit zwei elementaren Sätzen aufzudecken:

„Jetzt wollen Jäger Schafschutzpolizei spielen”, und: “Es geht um jagdlichen Zugriff.”

Nachlesen können Sie den Originaltext hier!


Quelle: Thüringer Experten fordern: Der Wolf muss ins Jagdrecht von Frank Schauka am 19.7.2018


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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